Tarifstreit
IG Metall warnt Betriebsräte vor Zugeständnissen an Krisenbetriebe

Die Tarifparteien streiten über eine Vertragsklausel: Während die IG Metall einer Aufschiebung der ab Mai fälligen Lohnerhöhung um 2,1 Prozent bei Krisenbetrieben eine Absage erteilt und Verschiebungen nur in Ausnahmefällen akzeptiert, kritisieren Arbeitgeber den „tarifwidrigen“ Kurs der IG Metall.

BERLIN. IG Metall und Arbeitgeber streiten immer heftiger darüber, wie ihr aktueller Tarifvertrag angewendet werden soll. Angesichts massiver Auftragseinbrüche streben zahlreiche Betriebe an, eine normalerweise ab Mai fällige Lohnerhöhung um 2,1 Prozent für einige Monate aufzuschieben. Die IG Metall will jedoch höchstens ausnahmsweise zulassen, dass die entsprechende Vertragsklausel angewendet wird.

Solche Verschiebungen gebe es auch künftig „nur im Einzelfall und nur, wenn damit Arbeitsplätze gesichert werden können“, betonte Gewerkschaftschef Berthold Huber. Einer „generellen Verschiebung“ erteile die IG Metall eine „klare Absage“. Arbeitgeber würden die Verunsicherung der Beschäftigten nutzen, um sich als „Trittbrettfahrer“ und „Krisengewinnler“ zu betätigen, kritisierte Huber.

Parallel dazu hat die IG Metall Betriebsräte aufgefordert, keine Vereinbarungen auf Basis des Tarifvertrags zu schließen, ohne zuvor die Gewerkschaftsorganisation zu fragen. Dies ergibt sich etwa aus einem dem Handelsblatt vorliegenden Schreiben der IG-Metall-Bezirksleitung Küste, die für Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zuständig ist. Sie verweist darin auf einen „Sideletter“, der neben dem Tarifvertrag vereinbart worden sei.

Nach dem jüngsten Metall-Tarifabschluss sollen Firmen die regulär im Mai fällige zweite Stufe der Lohnerhöhung um bis zu sieben Monate aufschieben dürfen, sofern sich Betriebsrat und Geschäftsleitung darauf einigen. Eine erste Erhöhung von 2,1 Prozent, die schon ab Februar greift, ist nicht berührt. Die zweite Stufe von erneut 2,1 Prozent kann sich danach aber bis Dezember verschieben.

Für einen durchschnittlichen Metaller mit 3 665 Euro laufendem Monatslohn geht es dabei um 77 Euro brutto pro Monat. Bezieht man die im Tarifvertrag von November 2008 ebenfalls vereinbarten Einmalzahlungen mit ein – 510 Euro vorweg, weitere 122 Euro im September – lässt sich damit nachfolgende Rechnung aufstellen:

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