Tarifverhandlungen
Bayerns IG Metall prescht in Sachen Streik vor

Als erster IG-Metall-Bezirk hat Bayern die Hoffnung aufgegeben, ohne einen Streik zu einem neuen Tarifvertrag mit den Arbeitgebern zu gelangen: Der Vorstand wird ersucht, die Gespräche für gescheitert zu erklären. In Frankfurt will man allerdings abwarten, ob sich die Dinge in NRW zum Guten wenden.

HB MÜNCHEN. „Wir werden dem Vorstand vorschlagen, das Scheitern zu erklären“, sagte der bayerische IG-Metall-Verhandlungsführer Richard Polzmacher in München. Der Vorstand werde aber noch den Verlauf der insgesamt siebten Runde der Verhandlungen am Freitag in Nordrhein-Westfalen abwarten.

Polzmacher sagte, sollte sich bei den Verhandlungen in Nordrhein-Westfalen keine andere Lage ergeben, werde der IG-Metall-Vorstand auf seiner Klausurtagung am Montag oder Dienstag in Fulda entscheiden, ob eine Urabstimmung über einen unbefristeten Streik eingeleitet werde. Der IG-Metall-Verhandlungsführer bekräftigte, die Erwartungen der Beschäftigten lägen bei über drei Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber haben bislang eine Erhöhung um 1,2 Prozent sowie Einmalzahlungen angeboten.

Der Verhandlungsführer der bayerischen Metall-Arbeitgeber, Helmut Keese, sagte: „Wir stellen enttäuscht fest, dass die IG Metall mit uns keine neuen und innovativen Wege in der Tarifpolitik beschreiten will.“ Die Tarifverhandlungen in Bayern wurden nach nur einer halben Stunde abgebrochen.

Die Verhandlungen in Nordrhein-Westfalen waren am Dienstagabend in sechster Runde ohne erkennbare Annäherung abgebrochen worden. Laut IG Metall legten die Arbeitgeber entgegen ihren Ankündigungen kein verbessertes Angebot vor, die Arbeitgeber selbst sprachen von einem „modifizierten“ Angebot, ohne dieses näher zu erläutern. Am Mittwochnachmittag werden auch die Tarifverhandlungen im letztmaligen Pilotbezirk Baden-Württemberg fortgesetzt sowie in Niedersachsen und der Mittelgruppe, zu der Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland gehören.

Am Donnerstag tagen die Tarifkommission in allen maßgeblichen Bezirken. Voraussichtlich werden die Kommissionen jeweils das bereits in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg offen ausgesprochene Ultimatum an die Tarifkommissionen beschließen, dass ein Streik eingeleitet werde, sollte es bis Montag, 24.00 Uhr, kein Verhandlungsergebnis geben. Am Montag wird auch in Baden-Württemberg noch einmal verhandelt.

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