Tarifverhandlungen
Der Stahlindustrie drohen Streiks

Die Tarifverhandlungen für die 85 000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie sind auch in der zweiten Runde ohne Annäherung vertagt worden. Montag will die Tarifkommission über das weitere Vorgehen beraten. Es drohen Warnstreiks.
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HB GELSENKIRCHEN. Die Arbeitgeber legten am Freitag in Gelsenkirchen erneut kein Angebot vor. Als größte Hürde nannte der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes Stahl, Helmut Koch, die Forderung der Gewerkschaft nach der Gleichstellung der 3000 Zeitarbeiter. Solange es hierzu keine Einigung gebe, würden die Arbeitgeber auch kein Angebot unterbreiten, betonte er. Damit werden Warnstreiks immer wahrscheinlicher. Die große Tarifkommission werde darüber am Montag entscheiden, sagte IG-Metall-Verhandlungsführer Oliver Burkhard nach den dreistündigen Verhandlungen. Am 29. September sollen die Tarifverhandlungen fortgesetzt werden.

Burkhard zeigte sich enttäuscht. In der Krise hätten die Tarifparteien in zwei Verhandlungsrunden eine Einigung erzielt, im Aufschwung betrieben die Arbeitgeber nun ein „Tarifmikado“.

Sie hätten sich nicht bewegt und juristische Bedenken gegen eine Gleichstellung der Leiharbeit vorgeschoben.

Die IG Metall fordert für die 85 000 Beschäftigten in der nordwestdeutschen Stahlindustrie sechs Prozent mehr Lohn, eine Gleichstellung der 3000 Leiharbeiter sowie kürzere Arbeitszeiten für die 5 000 Beschäftigten über 60 Jahre. Die Tarife gelten unter anderem für Stahlkocher von ThyssenKrupp, Salzgitter, ArcelorMittal und Georgsmarienhütte.

DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann warnte vor zu hohen Lohnforderungen. Es sei nachvollziehbar, dass die Gewerkschaften einen „Ertrag für verantwortungsbewusstes Verhalten und moderate Lohnabschlüsse in der Krise“ einforderten, sagte er den „Lübecker Nachrichten (Samstagsausgabe). Die Wirtschaft habe aber noch nicht wieder die Position wie vor der Krise erreicht und könne allenfalls moderate Lohnsteigerungen verkraften, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

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