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Tarifverhandlungen: Gute Konjunktur nützt der IG Metall

Die Gewerkschaft IG Metall strebt deutliche Lohnsteigerungen in Höhe von 6,5 Prozent an. Während die Arbeitgeber das mit Blick auf die Konjunktur ablehnen, warnen Experten genau vor diesem Argument.

Mit der Fahne der IG Metall in der Hand steht der Beschäftigte eines Stahlunternehmens in Krefeld. Quelle: dapd
Mit der Fahne der IG Metall in der Hand steht der Beschäftigte eines Stahlunternehmens in Krefeld. Quelle: dapd

Frankfurt/Baden-BadenDie IG Metall wagt in der bevorstehenden Tarifrunde einen Kraftakt: Sie fordert bis zu 6,5 Prozent mehr Geld. Außerdem strebt Deutschlands mitgliederstärkste Industriegewerkschaft an, eine Annäherung der Bezahlung von Leiharbeitern an die der Festangestellten durchzusetzen. Um dies zu erreichen, sollen auch Zeitarbeiter notfalls zu Streiks aufgerufen werden.

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Die Reaktion des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall kommt prompt: „Die Gewerkschaft kann maximal 3 Prozent mit wirtschaftlichen Kennziffern begründen. Für die restlichen 3,5 Prozent gibt es keine belastbare Grundlage“, erklärt Arbeitgeberpräsident Martin Kannegiesser laut einer Mitteilung. Unterstützung erhält Kannegiesser vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Dessen Tarifexperte Hagen Lesch sagt: „Es gab während der Finanzkrise 2008/09 Lohnerhöhungen, obwohl dafür eigentlich kein Spielraum war. Ein Nachschlag ist deshalb fehl am Platze." Problematisch werde dies für die Unternehmen dann, wenn sich
die Lohnerhöhungen nicht nur am gesamtwirtschaftlichen Produktivitätsanstieg orientieren, sondern noch ein Inflationsausgleich draufgeschlagen werde. „„Wegen der Konjunkturabkühlung dürfte es den Unternehmen schwer fallen, diese höhere Kosten auf die Exportkunden zu überwälzen“, sagte Lesch. „Das kann unserer Wettbewerbsfähigkeit schaden. Die Nachfrage kann zurückgehen.“

Wichtige Termine in der Metall-Tarifrunde

  • 7. Februar

    IG-Metall-Vorstand empfiehlt eine Tarifforderung, danach debattieren die Tarifkommissionen.

  • 23. Februar

    Tarifkommissionen beschließen Tarifforderung und Kündigung der Tarifverträge.

  • 24. Februar

    IG-Metall-Vorstand berät die Erwartungen aus den Tarifkommissionen und beschließt die endgültige Forderung.

  • bis 17. März

    Start der Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern.

  • 31. März

    Entgelt-Tarifverträge laufen aus.

  • 28. April

    Ende der Friedenspflicht, nun sind Streiks möglich.

Das sehen allerdings nicht nur Gewerkschaftler etwas anders. "Die Argumentation der Arbeitgeber ist kurzsichtig, sie sollten sich bei Tarifverhandlungen nicht immer wieder auf die konjunkturelle Lage berufen", sagt Karl Brenke, Arbeitsmarktexperte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, im Gespräch mit Handelsblatt Online. Gehe es nur nach der gegenwärtig gut laufenden Konjunktur, "dann könnten die Gewerkschaften argumentativ sogar mehr als 6,5 Prozent fordern". Viel entscheidender seien indes Faktoren wie die Preisentwicklung und die mittelfristige Produktivität in der Industrie, die einen Abschluss in Höhe von vier Prozent rechtfertigen würden. "Die Forderungen der Gewerkschaften sind durchaus vernünftig", schließt Brenke. Allerdings plädiert Brenke per se eher für längerfristige Tarifverträge, die den Betrieben mehr Ruhe und mehr Planungssicherheit geben würden.

„Unsere Forderung ist von den Arbeitgebern der Metall- und Elektroindustrie finanzierbar. Sie ist wirtschaftlich geboten und würde den Beschäftigten einen fairen Anteil an der wirtschaftlichen Entwicklung sichern“, sagt denn auch Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall, in Frankfurt. „Die Menschen haben es verdient.“ Huber verteidigte seinen Ansatz, bei der Forderung auch die gute konjunkturelle Entwicklung im Jahr 2011 zu berücksichtigen. In dem Jahr sei der verteilungsneutrale Spielraum wegen des sehr langfristigen Krisenabschlusses aus dem Jahr 2010 nicht völlig ausgeschöpft worden. Die Gewerkschaft verlange keinen Nachschlag, sondern eine faire Beteiligung der Belegschaft am Aufschwung.

  • 07.02.2012, 18:13 UhrAnonymer Benutzer: LiebeMausSprachSchlange

    die deutschen Gewerkschaften sind für das Elend in Südeuropa und der hohen Arbeitslosigkeit verantwortlich .
    Was glaubt ihr 6,5 % niemals für ein deutschen Arbeiter . Höchtes 3 werden es sein . Bei einer Euroabwertung von garantiert 10 Prozent , international .

  • 07.02.2012, 15:16 UhrAnonymer Benutzer: bbtt

    Gedanken zu Forderungen bzw. Streiks der Gewerkschaften:

    Es war und ist wie immer absolut falsch die Arbeitgeber für mehr Bruttolohn zu bedrängen bzw. gar zu bestreiken.
    Z.B. ( ein Lediger bekommt von seinem Bruttolohn nur ca. 48 % als Netto ausbezahlt – ein Skandal !!)
    D.h. kein Arbeitnehmer will mehr Brutto-, sondern mehr Nettolohn, und nur das muss mit Nachdruck mit den Arbeitgebern gefordert werden!!

    Die Regierung kann und muss endlich sparen z.B. bei den: Überversorgten Beamten und Luxusversorgten Leitenden „Staatsdienern“ , den Steuerhinterziehern wie Zumwinkel usw.!

    Der Ablauf könnte folgendermaßen sein:
    Die Gewerkschaft kündigt einen Generalstreik an für mehr Nettolohn von zum Bsp. 5% ab
    13.2. 14°° mit nur einer Minute!
    An den darauf folgenden Tagen erhöht sich der Generalstreik um jeweils eine weitere Min.-
    wetten, dass bei den in der goldenen Hängematte liegenden Beamten und Steuerhinterziehern alle Glocken läuten!!

    Auf geht’s ihr Gewerkschaftsbosse lasst euch endlich etwas neues einfallen und macht Schluss mit den blöden „jetzt geht’s los, jetzt`s gehts los „- Schreien bei Streiks gegen die eigenen Arbeitgeber, bei denen alle Demonstranten und Streikenden in Schwarzbücher landen .

  • 07.02.2012, 13:12 UhrAnonymer Benutzer: Rene

    Manche wissen echt nicht, wie es in Unternehmen aussieht.

    1) Die Leistungsfähigkeit von Auszubildenden ist soooo schlecht. Initiative, Engagement, Einsatzbereitschaft Fremdwörter. 8 h am Tag unzumutbar...Am Einführungstag des I-Phones läßt man sich krank schreiben - das wird als Recht angesehen...

    2) Wenn der Arbeitnehmer von der guten wirtschaftlichen Situation 2011 profitieren soll, reicht eine Gewinnbeteiligung. 2011 ist nicht repräsentativ für die ewige Zukunft.

    3) Nein, Lebenszeit nicht. Nur bis 67, spätetens. Wie kann ein Unternehmen jemandem kündigen, der nicht grob vorsätzlich handelt und mindetens ne 0 am Jahresende in der GuV hat? Natürlich ist das Ver-"Beamtung".

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