Tarifverhandlungen
IG Metall bei Arbeitszeit verhandlungsbereit

In die Tarifverhandlung in der Metall-Branche kommt Bewegung. IG-Metall-Vize Huber kündigte an, über flexiblere Arbeitszeiten reden zu wollen. Gesamtmetall-Chef Kannegiesser rechnet indes nicht mit einem großen Arbeitskampf. Er forderte die Arbeitnehmer zu einem konkreten Angebot auf.

Die IG Metall ist bereit, über flexiblere Arbeitszeiten zu verhandeln. Gewerkschafts-Vize Berthold Huber hat im Gespräch mit dem «Spiegel» Kompromissmöglichkeiten in der laufenden Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie angedeutet. Wie das Magazin am Samstag vorab berichtete, räumte Huber ein, dass die Quoten für Arbeitnehmer, die in Betrieben länger als 35 Stunden in der Woche arbeiten können, reformbedürftig seien. «Möglicherweise müssen wir neben den Quoten von 13 und 18 Prozent ein anderes System stellen, so dass die Betriebe ihrer Struktur entsprechend zwischen zwei Modellen entscheiden können», sagte Huber. Darüber hinaus könne man auch über Arbeitszeitkonten reden.

Die IG Metall sei jederzeit bereit, in den Verhandlungen über weitere Flexibilisierungen zu reden, «die für die Menschen berechenbar und die Unternehmen hilfreich seien», sagte Huber weiter. In Sanierungsfällen werde zur Beschäftigungssicherung auch über die Entlohnung geredet. Zugleich betonte Huber, die Arbeitgeber sollten die Streikfähigkeit der Gewerkschaft aber nicht unterschätzen. Deren Drohung, ohne betriebliche Öffnungsklauseln bei den Arbeitszeiten gebe es auch keinen Tarifabschluss, erteilte Huber eine Absage. «Diese Unterwerfungsgeste werden sie von uns niemals bekommen», betonte der IG-Metall-Vize.

Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser warf der IG Metall indes vor, mit ihren Warnstreiks den Aufschwung in Deutschland zu gefährden. Die Gewerkschaft richte durch die Aktionen «erhebliche volkswirtschaftliche Schäden an, die in der derzeitigen Situation nicht zu verantworten sind», sagte der Verbandspräsident der «Berliner Zeitung». Kannegiesser rechnet nach eigenen Worten aber nicht mit einem großen Arbeitskampf. «Das ist für uns zurzeit nicht das Thema. Wir konzentrieren uns darauf, diese Tarifrunde am Verhandlungstisch zu lösen», sagte er und forderte die Arbeitnehmer zu einem konkreten Angebot auf.

Die Tarifverhandlungen für die Branche sollen am Montag in Hessen und Nordrhein-Westfalen fortgesetzt werden. Wenig später folgen Thüringen, Berlin-Brandenburg sowie Bayern und Baden-Württemberg. Die IG Metall fordert vier Prozent mehr Geld bei Lohn und Gehalt. Die Arbeitgeber hatten zuletzt 1,2 Prozent angeboten. Sie wollen zudem betriebliche Arbeitszeiten von bis zu 40 Stunden pro Woche durchsetzen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%