Tarifverhandlungen
IG Metall stellt sich auf Warnstreiks ein

Der Tarifstreit in der Metallindustrie steuert nach Einschätzung der IG Metall auf einen Streik zu. Die Gewerkschaft gibt den Arbeitgebern die Schuld daran und plant nun, die Gegenseite mit massiven Warnstreiks zur Abgabe eines Angebots zu zwingen.

HB HANNOVER. „Die Metallarbeitgeber wollen offensichtlich einen Großkonflikt provozieren“, sagte der niedersächsische IG-Metall-Chef Hartmut Meine am Mittwoch in Hannover. Die Arbeitgeber hätten der Gewerkschaft bereits angekündigt, dass sie in der in Niedersachsen für Freitag angesetzten dritten Verhandlungsrunde kein Angebot unterbreiten wollten. Wenn in den Gesprächen keine Fortschritte erzielt würden, werde die IG Metall noch im März mit massiven Warnstreiks beginnen, bekräftigte er. Falls bis Ostern keine Einigung erzielt werde, seien dann Urabstimmung und Streik unausweichlich.

IG-Metall-Chef Jürgen Peters sagte, angesichts der Haltung der Arbeitgeber sehe er keine Alternative zu Warnstreiks. „Ich habe den Eindruck, dass die Arbeitgeber ohne solche Warnstreiks nicht in der Lage sind, ein verhandlungsfähiges Angebot überhaupt auf den Tisch zu legen“, sagte er im Deutschlandfunk.

Nach Meinung von IG-Metall-Vize Berthold Huber erscheint ein Abschluss für die rund 3,4 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektrobranche noch vor Ostern in dieser Tarifrunde nicht mehr möglich. Die Arbeitgeber haben der Gewerkschaft bisher in keinem der sieben Tarifbezirke eine Offerte unterbreitet.

Als erster Bezirk der IG Metall haben die nordrhein-westfälischen Metaller deshalb bereits ultimativ mit einer Urabstimmung und einem Streik gedroht. In Düsseldorf gehen die Gespräche am Donnerstag in die dritte Runde. Sollten die Arbeitgeber dann kein Angebot vorlegen, würden noch im März „massive“ Warnstreiks beginnen, hatte die nordrhein-westfälische IG-Metall gedroht. Die Arbeitgeber erklärten indes, ein reines Lohnangebot mache keinen Sinn, so lange sie nicht wüssten, auf welches Gesamtvolumen sich die Forderungen der Gewerkschaft addierten. Deshalb würden sie am Donnerstag kein Angebot vorlegen, kündigte ein Sprecher an.

Die IG Metall fordert in allen Bezirken Einkommensverbesserungen um fünf Prozent. Neben Lohnsteigerungen will die Gewerkschaft tarifvertragliche Regelungen durchsetzen, die die Unternehmen stärker zu Innovationen bei Produkten und Produktionsprozessen verpflichten sollen. Die Beschäftigten sollen außerdem einen Anspruch auf Qualifizierung erhalten. Dies lehnen die Arbeitgeber ab.

Die Höhe ihrer Lohnforderung begründet die IG Metall mit den aus ihrer Sicht guten Gewinnen der Unternehmen und der Notwendigkeit, die Binnenkaufkraft zu stärken. Wie sich an der geringeren Gehaltsforderung für die Textil- und Bekleidungsindustrie von 4,5 Prozent zeige, habe seine Gewerkschaft bei ihren Forderungen neben der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung auch die jeweilige Branche im Blick, sagte Peters.

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