Tarifverhandlungen
Klinikärzte streiken wieder – Notfallpläne für WM in Gefahr

Nach einwöchiger Pause nimmt die Ärztegewerkschaft Marburger Bund am Montag ihre Streiks für eine bessere Bezahlung an den Landeskliniken wieder voll auf. Nach Angaben der Gewerkschaft werden die Mediziner in 37 Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern die Arbeit niederlegen – auch während der WM sei ein Ausstand möglich.

HB BERLIN. Nach einer Woche Vollstreik würden die Ärzte dann eine Woche wieder normal arbeiten, bevor die nächste Streikwoche beginne. Gewerkschaftschef Frank-Ulrich Montgomery drohte erneut, die Streiks auch während der in knapp zwei Wochen startenden Fußball-Weltmeisterschaft fortzusetzen. Dann wären auch die Notfallpläne für die WM betroffen, sagte er der „Bild am Sonntag“.

Die neue Streiktaktik sei eine Reaktion darauf, dass der Verhandlungsführer der Länder, Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring, die Tarifeinigung mit der Gewerkschaft Verdi für den öffentlichen Dienst auch auf die Ärzte ausdehnen wolle, teilte der Marburger Bund am Sonntag mit. Die Gewerkschaft werde sich diesen Tarifvertrag aber nicht überstülpen lassen. Trotz der verschärften Auseinandersetzung sehe er gute Chancen, rasch einen Ärzte-Tarifvertrag abzuschließen, erklärte Montgomery. Dazu müssten die Länder aber wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren.

Von der in Potsdam geschlossenen Vereinbarung für den öffentlichen Dienst sind auch einige hundert Ärzte betroffen, die bei Verdi und nicht beim Marburger Bund organisiert sind. Montgomery lehnte eine Übernahme dieses Abschlusses erneut ab und forderte einen eigenen Ärzte-Tarifvertrag. Nach Angaben des Marburger Bundes bedeutet der Abschluss von Potsdam für die Ärzte Einkommenseinbußen von bis zu 8,5 Prozent. Zudem müssten sie als einzige Berufsgruppe bis Ende 2008 auf Gehaltssteigerungen und Einmalzahlungen verzichten. Auch sei für die Mediziner ein wesentlich niedrigeres Weihnachtsgeld als für andere Berufsgruppen vereinbart worden.

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