Tarifverhandlungen
Streiks in kommunalen Kliniken rücken näher

Der Tarifkonflikt an den Uniklinken und Landeskrankenhäusern ist kaum beigelegt, da müssen sich die Manager der nächsten Klinik-Gattung auf einen Arbeitskampf einstellen: Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) hat die Verhandlungen für die 70 000 betroffenen Mediziner an kommunalen Krankenhäusern für gescheitert erklärt und leitete die Urabstimmung ein. Patienten müssen sich ab nächster Woche auch in den 700 kommunalen Krankenhäusern auf Ärztestreiks und eine notdürftige Versorgung einstellen.

HB BERLIN. Die Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände forderte hingegen weitere Verhandlungen.

Der Marburger Bund hatte vergangenen Freitag nach 13 Wochen Streik eine Einigung mit den Ländern für die 22 000 Ärzte an Universitätskliniken erreicht. Das Ergebnis, das jungen Ärzten bis zu 20 Prozent mehr Geld verspricht, fand am Dienstag Zustimmung in der Großen Tarifkommission des Marburger Bundes. Auch bei der nun beginnenden Urabstimmung zur Beendigung des Streiks sei das nötige Quorum zu erwarten, sagte der Vorsitzende der Ärztegewerkschaft, Frank Ulrich Montgomery. Offiziell werde der Streik am 3. Juli enden. Schon jetzt ist er aber ausgesetzt.

Die Kollegen an den kommunalen Kliniken habe man gezügelt, bis der Konflikt an den Unikliniken beigelegt sei, sagte Montgomery. Doch bestehe kein Zweifel, dass sie sich nun in der anstehenden Urabstimmung für den Streik aussprechen würden. Ab kommender Woche werde es zunächst Warnstreiks geben, danach in etwa zwei Wochen bundesweit reguläre Streiks. Diese sollen nach dem Muster der Unikliniken tage- und wochenweise unterschiedliche Häuser treffen.

Auch an kommunalen Kliniken fordert die Ärztegewerkschaft einen eigenen Tarifvertrag für Mediziner, höhere Vergütungen, bessere Arbeitszeitregelungen sowie das Ende kurz befristeter Arbeitsverträge. „Die Verhandlungen sind gescheitert, weil die Arbeitgeber auf unsere Forderungen in keiner Weise eingegangen sind“, sagte Montgomery. Stattdessen habe die VKA vorgeschlagen, den allgemeinen für den öffentlichen Dienst geltenden Tarifvertrag TVöD auf die Ärzte zu übertragen.

Seite 1:

Streiks in kommunalen Kliniken rücken näher

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%