Tarifverhandlungen vertagt
Einigung im Kita-Streit rückt näher

Die Tarifverhandlungen für die rund 220 000 Beschäftigten in kommunalen Kindergärten und Sozialeinrichtungen sind erneut vertagt worden. Sie sollen am nächsten Donnerstag in Frankfurt am Main fortgesetzt werden. Gewerkschaften und Arbeitgeber erklärten, zwar liege man noch weit auseinander, sehe aber die Chance einer Einigung.

HB FRANKFURT/MAIN. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) und die Gewerkschaften Verdi und Erziehung und Wissenschaft (GEW) konnten sich auch in der siebten Verhandlungsrunde am Freitag in Frankfurt nicht auf einen Abschluss einigen. Die Vorstellungen liegen nach Angaben beider Seiten noch weit auseinander, dennoch erwartet die GEW kommende Woche eine Einigung. Ein neuer Termin wurde für kommenden Donnerstag (23. Juli) wieder in Frankfurt verabredet.

„Wir befinden uns in intensiven und schwierigen Gesprächen“, sagte VKA-Präsident Thomas Böhle laut Mitteilung. Er sehe aber die Chance auf Annäherung in der nächsten Runde. Laut Verdi waren die Gespräche in der siebten Runde konzentriert und konstruktiv.

„Im Endergebnis kann man feststellen, dass die Positionen noch sehr weit auseinanderliegen“, sagte GEW-Verhandlungsführerin Ilse Schaad dem Audiodienst der dpa. Allerdings würden aber beide Seiten alles daran setzen, die Gegensätze zu überwinden. „Dieser Verhandlungstermin wird sich dann auch vom Donnerstag an so lange - nämlich Donnerstag, Freitag, Samstag - hinziehen, bis es eine Einigung gibt“.

Die Gewerkschaften verlangen deutliche Einkommensverbesserungen und verbindliche Regelungen zum Gesundheitsschutz. Die VKA bietet Einkommenserhöhungen von durchschnittlich 11,6 Prozent, Verdi nennt das unzureichend. Die Gewerkschaften verlangen eine höhere Eingruppierung der Erzieher. Zur Verbesserung des Gesundheitsschutzes verlangen sie verbindliche, einklagbare Regelungen etwa zum Lärmschutz. Die VKA stimmt zwar paritätisch besetzten Kommissionen für mehr Gesundheitsschutz zu, die Kommunen als Arbeitgeber müssten aber das letzte Wort haben.

Seit Mai waren die Verhandlungen bundesweit von Streiks begleitet, die zuletzt wegen der Sommerferien deutlich zurückgefahren wurden. Begleitend zu den Verhandlungen legten auch am Freitag in der Region Stuttgart rund 1800 Erzieherinnen und Sozialarbeiter in rund 180 Einrichtungen ihre Arbeit nieder. Sollte es nicht zu einer Einigung in der Ferienzeit kommen, will Verdi die Aktionen wieder ausweiten.

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