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Warnstreiks im öffentlichen Dienst angekündigt

Tarifverhandlungen
Warnstreiks im öffentlichen Dienst angekündigt

In Potsdam wird über die Tarife im öffentlichen Dienst verhandelt. Eine Annäherung hat es nicht gegeben, die Politik weist die Forderungen zurück. Verdi-Chef Bsirske kündigt Streiks an – und lässt Taten folgen.
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PotsdamNach dem Beginn der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst haben die Gewerkschaften Warnstreiks angekündigt. Es werde in den kommenden Tagen in vielen Regionen Aktionen geben, kündigte Verdi-Chef Frank Bsirske am Donnerstag an. Betroffen seien Verwaltung, öffentliche Betriebe, Krankenhäuser, Müllabfuhr, Nahverkehr und Kindertagesstätten. „Eine Annäherung zwischen den Forderungen der Beschäftigten und den Arbeitgebern ist derzeit nicht erkennbar. Die Positionen liegen sehr weit auseinander“, erklärte Bsirske.

Für diesen Freitag wurden die ersten Warnstreiks in Südniedersachsen angekündigt. Betroffen seien die Stadt- und Kreisverwaltungen sowie die Abfallbetriebe in Göttingen und Northeim, aber auch die Sparkassen in Göttingen und Duderstadt, teilte Verdi am Donnerstagabend in Göttingen mit. In Wolfsburg sollen nach Angaben der Stadt zwei Kindertagesstätten geschlossen bleiben. Im dortigen Klinikum könne es zu Verschiebungen von Operationen kommen, die nicht dringend nötig seien, hieß es.

Bei den Verhandlungen in Potsdam geht es um die Bezahlung von 2,1 Millionen Tarifbeschäftigten von Bund und Kommunen. Verdi und der Beamtenbund fordern unter anderem eine Erhöhung von 100 Euro je Monat für alle Arbeitnehmer. Dazu soll ein Gehaltszuwachs von 3,5 Prozent kommen – dies würde im Schnitt eine Erhöhung von sieben Prozent ausmachen.

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände sagte eine angemessene Gehaltssteigerung für alle Beschäftigten zu. Die Forderungen der Gewerkschaften seien aber unrealistisch hoch. Zur Forderung, dass der Abstand zwischen den vom Staat gezahlten Löhnen und der Privatwirtschaft sinken müsse, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maiziere, es gebe keinen Nachholbedarf im öffentlichen Dienst. Ein konkretes Angebot legten die Arbeitgeber nicht vor.

Die Verhandlungen sollen in der kommenden Woche am Donnerstag und Freitag fortgesetzt werden. Weitere Termine sind für den 31. März und 01. April angesetzt

Kommentare zu "Warnstreiks im öffentlichen Dienst angekündigt"

Alle Kommentare
  • Bsirske macht mobil
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    Die Müllabfuhr, die Kitas, Kindergärten und Schulen sollen geschlossen bleiben. Er fordert für den ÖD mehr Geld.

    Verdi und der Beamtenbund fordern unter anderem eine Erhöhung von 100 Euro je Monat für alle Arbeitnehmer. Dazu soll ein Gehaltszuwachs von 3,5 Prozent kommen – dies würde im Schnitt eine Erhöhung von sieben Prozent ausmachen.

    Am liebsten wären ihm griechische Verhältnisse!

    Für Hand-Hygiene erhalten Bahnmitarbeiter 420 Euro extra im Monat. Angestellte, die rechtzeitig zum Dienst erscheinen, kassieren bislang eine Prämie. Die Welt schüttelt den Kopf über absurde Zuschüsse in Griechenland.

    Und das muss laut Bsirske auch in Zukunft so bleiben!
    Quelle: Handelsblatt
    http://www.handelsblatt.com/politik/international/staatsbetriebe-und-behoerden-welche-skurrilen-praemien-die-griechen-kassieren/4332060.html

  • Ja und der de Maziere sagt das ist zuviel und hat sich selbst gerade 10 % genehmigt. Welch Heuchelei, die Gewerkschaften haben Recht.

  • Ich verstehe nicht, warum der öffentliche Dienst eine Lohnerhöhung bekommen soll. Es hat doch kürzlich erst eine deutliche Tariferhöhung gegeben, und - warum eigentlich?

    Wir brauchen jetzt dringend eine Nullrunde, um die Lohn-Preis-Spirale zu beenden.

    In der Privatwirtschaft können die Leute froh sein, alle paar Jahre vielleicht einmal 2 % mehr zu bekommen, wenn überhaupt. Und ihr Job ist ständig in Gefahr.

    Wenn Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft mit diesen Vorstellungen à la Bsirske kommen, werden sie ausgelacht!!!

  • Nein, die Gewerkschaften haben nicht Recht.

    Die Gehälter im öffentlichen Dienst im Vergleich zur Privatwirtschaft zu hoch. In der Privatwirtschaft werden keine Tariflöhne von rund EUR 3.000 im Durchschnitt verdient, und schon gar nicht unter den Bedingungen des öD.

    Herr Bsirske hat überhaupt nichts zu fordern. Man sollte ihm einmal tüchtig den Marsch blasen. Er kann froh sein, dass ich nicht an Stelle des Arbeitgebervertreters sitze.

  • 3,5% für die Arbeitnehmer sind entschieden zuvuiel, so unsere Politiker. Und was war mit der letzten gehaltserhöhung der Politiker ca. 10%? Schämen sich diese Raubritter, menschenverachtende Wesen sich nicht???

  • Wechseln Sie doch mal von der Privatwirtschaft in den öffentlichen Dienst. Dann werden Sie live erleben, wie weit der TVöD unterhalb von den privatwirtschaftlichen Entlohnungssystemen liegt. Der Leistungsdruck ist identisch.

  • Der TVöD liegt in vielen vergleichbaren Tätigkeitsbereichen zweifelsfrei erheblich unter den privatwirtschaftlichen Tarifverträgen, bei heute vergleichbaren Anforderungen und Leistungsdruck. Hier besteht Nachholbedarf.
    Und: Der Innenminister und seinesgleichen sind nach der letzten Diätenerhöhung in Selbstbedienungsmanier sicher nicht aufgerufen, hier zum Masshalten aufzurufen!

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