Tarifvertrag soll Laufzeit von zwölf Monaten haben: IG Metall verlangt fünf Prozent mehr Lohn

Tarifvertrag soll Laufzeit von zwölf Monaten haben
IG Metall verlangt fünf Prozent mehr Lohn

Die IG Metall geht laut Gewerkschaftskreisen mit der Forderung nach fünf Prozent mehr Geld in die anstehende Tarifrunde für die 3,4 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie. Beide Seiten rechnen mit einer harten Tarifauseinandersetzung.

HB FRANKFURT. Der Hauptvorstand beschloss dieses Forderungsvolumen am Freitag nach Angaben aus Gewerkschaftskreisen in Frankfurt.Der Tarifvertrag soll eine Laufzeit von zwölf Monaten haben. Die regionalen Tarifbezirke hatten sich bereits dafür ausgesprochen, die von der Gewerkschaftsspitze vorgeschlagene Spanne von bis zu fünf Prozent voll auszuschöpfen. Die Arbeitgeber haben durchblicken lassen, dass sie höchstens 1,2 Prozent mehr zahlen wollen. Beide Seiten rechnen mit einer harten Tarifauseinandersetzung.

Neben deutlichen Lohnsteigerungen will die IG Metall einen Anspruch der Arbeitnehmer auf Qualifizierung durchsetzen. Außerdem verlangt die größte Industriegewerkschaft tarifliche Regelungen für Innovation bei Produkten und Prozessen in den Betrieben. Längere Arbeitszeiten für qualifizierte Beschäftigte, wie sie die Arbeitgeber vereinbaren wollen, lehnt die Gewerkschaft ab.

Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser hat Lohnerhöhungen in dieser Größenordnung bereits im Vorfeld des Gewerkschaftsbeschlusses als unerfüllbar zurückgewiesen. Sie würden der Branche im internationalen Konkurrenzkampf schaden und zum Verlust von Arbeitsplätzen führen. Zentrales Thema neben einer linearen Lohnerhöhung soll nach dem Willen der IG Metall ein Weiterbildungsanspruch der Beschäftigten sein. Außerdem verlangt die Gewerkschaft tarifliche Regelungen für Innovation bei Produkten und Prozessen in den Betrieben.

Die Lohnforderung setzt sich zusammen aus einem Ausgleich für die gesamtwirtschaftliche Preissteigerungsrate von zwei Prozent und der Teilhabe am Produktivitätsfortschritt von ebenfalls zwei Prozent. Hinzu kommt ein weiterer Prozentpunkt, den die IG Metall mit der guten Wirtschaftslage vieler Metallunternehmen begründet.

Die Tarifforderung ist höher als vor zwei Jahren, als die IG Metall vier Prozent durchsetzen wollte. Damals wurden nach der Drohung mit einem Streik eine Anhebung der Löhne und Gehälter um 2,2 Prozent ab März 2004 und um weitere 2,7 Prozent ab März 2005 vereinbart. Der Tarifvertrag läuft Ende Februar aus. Die Friedenspflicht endet vier Wochen später am 28. März. Dann können die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie mit Warnstreiks Druck machen.

Zusätzlich will sie den 2005 ausgelaufenen Tarifvertrag über vermögenswirksame Leistungen in neuer Form wieder in Kraft setzen. Anders als bisher sollen die Metaller ihren Anspruch an den Arbeitgeber danach künftig nur noch zur betrieblichen Altersversorgung einsetzen können.

Die Forderung nach einem Tarifvertrag zur Weiterbildung hat für die IG Metall nebenbei verhandlungstaktische Bedeutung - sie will damit ein Ungleichgewicht zwischen dem Bezirk Baden-Württemberg und den anderen Bezirken entschärfen. Die Erklärung: Im Südwesten führt die Gewerkschaft diesmal einen regionalen Sonderkonflikt, um die so genannte Steinkühlerpause wieder voll in Kraft zu setzen. Die Pausenregelung für Fließbandarbeiter, die von den Arbeitgebern kurzfristig gekündigt worden war, ist ein baden-württembergisches Unikat. Zugleich aber ist Baden-Württemberg der einzige Bezirk, in dem es bereits einen Tarifvertrag über Weiterbildung gibt. Ein parallel laufender Tarifstreit um Weiterbildungsansprüche in den übrigen Bezirken soll daher indirekt den Kampf um die Steinkühlerpause im Südwesten unterstützen.

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