Tauber attackiert Facebook-Hetzer
„Diese Menschen mit ihren kranken Hirnen“

Nach seiner scharfen Attacke auf einen Facebook-Hetzer fordert CDU-Generalsekretär Peter Tauber einen neuen Umgang mit Hasskommentaren im Netz. Die SPD signalisiert Unterstützung, die Grünen sind skeptisch.

BerlinAls Generalsekretär der CDU ist Peter Tauber für die Abteilung Attacke zuständig. Dass dies nicht nur für den Politikbetrieb gilt, hat der hessische Bundestagsabgeordnete jetzt in einem anderen Bereich demonstriert. Einen Facebook-Nutzer, der Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Geisteskrankheit unterstellte, kanzelte er am Neujahrstag kurzerhand als „Arschloch“ ab.

Mit seiner drastischen Wortwahl hat Tauber, der selbst als großer Social-Media-Fan gilt, eine Debatte über den Umgang mit Hetzkommentaren im Netz ausgelöst. Auf seiner Facebook-Seite erntet er seitdem Zustimmung, aber auch harte Kritik.

Ein Rainer Wendt meint auf Taubers Facebook-Seite: „Manchmal muss man es kurz und präzise auf den Punkt bringen. Das haben Sie hervorragend gemacht, Peter Tauber!“

Dagegen ist eine Petra Brach überzeugt, dass Tauber mit seinem Kommentar, noch mehr Leute überzeugt habe, die CDU nicht mehr zu wählen. „Was muss man sich als deutscher Bürger in diesem Land eigentlich noch alles gefallen lassen? Es ist ja schon fast an der Tagesordnung, dass die Politiker uns beschimpfen!! Unfassbar!“

„Pfui“ und „niveaulos“ ruft eine Katrin Scholz Tauber entgegen. „Eines Generalsekretärs der CDU nicht würdig. Oder doch…?“

Zuspruch erhält Tauber hingegen von einem Rainer Bathen. Er sei zwar „kein Anhänger der CDU, demnach auch niemand, der, egal was Herr Tauber sagt, Beifall klatscht“, kommentiert der Facebook-Nutzer. Dennoch habe er Verständnis dafür, „dass irgendwann die Hutschnur platzen kann“, wenn das Gegenüber sich auch nicht an diese Regeln halte. „Dumpfbackige Äußerungen verdienen eben nicht immer eine ernsthafte Antwort.“

Kritik äußert ein Parteifreund Taubers. „Ich bin zwar nur CDU-Stadtverordneter in Frankfurt am Main. Trotzdem wage ich es zu bezweifeln, dass es unserer Partei gut zu Gesicht steht, Wählerinnen und Wähler mit derartigen Formulierungen zu titulieren“, schreibt Christoph Schmitt. Für Facebook- Beiträge, die rechtsstaatliche Grenzen überschritten hätten, gebe es andere, souveränere Antworten. „Ich möchte nicht, dass meine Partei zu derart stillosen und letztlich auch hilflosen Formulierungen greift.“

Tauber lässt die Diskussion nicht unbeeindruckt. Wer nun aber gedacht hätte, der Mann mit Glatze, markanter Brille und kurz gehaltenem Vollbart, der normalerwiese frisch und fröhlich auf die Menschen zugeht, würde zurückrudern, der sieht sich eines Besseren belehrt. Auf seiner Facebook-Seite plädiert der CDU-Mann nun vielmehr dafür, Hetzern künftig mit offenem Visier zu begegnen.

„Auf Facebook tummeln sich so viele dumme Menschen, die andere wegen ihrer Meinung herabwürdigen, die rechtsradikalen Dreck und antisemitische Hetze verbreiten. Ich finde, man sollte solche Kommentare nicht löschen oder gar verbieten“, schreibt Tauber in seinem Posting. Das bringe nichts. „Diese Menschen denken mit ihren kranken Hirnen ja leider weiter so einen Mist.“ Man müsse ihnen sagen was sie seien: Nazis, Antidemokraten und mancher von denen sei schlichtweg „ein Arschloch“.  „So wie dieser Typ, dem ich das auf meiner Seite - also hier - gesagt habe.“ Daher, so seine Forderung, „sollten alle dieses Jahr dem Streit mit diesen Leuten nicht aus dem Weg gehen, sondern ihn annehmen“.

Auf Facebook tummeln sich so viele dumme Menschen, die andere wegen ihrer Meinung herabwürdigen, die rechtsradikalen...

Posted by Peter Tauber on Sonntag, 3. Januar 2016

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