Tausend Mitarbeiter in Berlin
Weniger BKA-Mitarbeiter ziehen um

Die Mitarbeiter des Bundeskriminalamts (BKA) haben einem deutlich abgespeckten Umzugsplan nach Berlin zugestimmt. Damit ist ein monatelanger Streit vom Tisch.

HB WIESBADEN/BERLIN. Bei Personalversammlungen in Wiesbaden und Meckenheim bei Bonn stimmten die BKA-Mitarbeiter am Dienstag einem deutlich abgespeckten Umzugskonzept von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) zu. Zustimmung kam auch von der Deutschen Polizeigewerkschaft.

Angesichts der islamistischen Bedrohung müsse die BKA-Spitze in Berlin enger mit den Bundesministerien, dem BND und dem Bundesamt für Verfassungsschutz kooperieren, betonte Schily in Wiesbaden nach der Personalversammlung. Den Plänen zufolge sollen nur noch 500 statt der ursprünglich geplanten 2 000 Mitarbeiter in die Bundeshauptstadt versetzt werden.

In Berlin wird das BKA künftig 1 000 Mitarbeiter haben. Neben der BKA-Amtsleitung wird dort auch eine Ermittlungsgruppe gegen islamistischen Terror angesiedelt. Die Umstrukturierung soll etwa 80 Millionen Euro kosten und bis 2008 abgeschlossen sein.

Die BKA-Amtsleitung soll nach dem Konzept „umgehend“ von Wiesbaden nach Berlin umziehen. Der Aufbaustab werde noch in diesem Jahr mit den Vorbereitungen für die Verlagerung der Spitze des Hauses beginnen, sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke. Nach dem Teilumzug verbleiben von den etwa 5 000 BKA-Mitarbeitern 3 000 in Wiesbaden und 1 000 in Meckenheim, wo derzeit 1 250 Menschen arbeiten.

Die Anfang Januar von Schily verkündeten ersten Umzugspläne hatten erheblichen Wirbel und eine Führungskrise beim BKA ausgelöst. Nach scharfer Kritik sah Schily sich gezwungen, den maßgeblich an den Umzugsplänen beteiligten BKA-Präsidenten Ulrich Kersten und dessen Vize Rudolf Atzbach in den einstweiligen Ruhestand zu versetzen.

Schily sagte, er habe gelernt, dass das Lebensumfeld eine gewisse Rolle für die Leistungsfähigkeit und -bereitschaft der Mitarbeiter spiele. Nun gehe es vor allem darum, dass Ruhe eintrete. Allerdings gebe es auch für die jetzige Lösung keine „Ewigkeitsgarantie“, betonte Schily.

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