Technologie-Gipfel
Regierung steckt Milliarden-Summe in IT-Branche

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will der Informationstechnologie im Land mit einem IT-Gipfel neue Impulse geben. Manager, Wissenschaftler und Politiker beraten heute in Potsdam, wie sich der Standort Deutschland stärken lässt. Allerdings hagelte es schon im Vorfeld Kritik. Vor allem die IT-Verbände und internationale Experten sind unzufrieden.

HB POTSDAM. Die Bundesregierung will die Informationstechnologie-Branche in den nächsten drei Jahren laut „Tagesspiegel“ mit 1,2 Milliarden Euro fördern. Ein entsprechender Beschluss solle in Potsdam verkündet werden, berichtet das Blatt unter Berufung auf Regierungskreise. Die Mittel seien Teil der rund 15 Milliarden Euro, die im Rahmen der High-Tech-Strategie der Bundesregierung bis 2009 bereitgestellt werden sollen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende von Hewlett Packard forderte eine stärkere Ausbildung in neuen Technologien an den Schulen. Die Lehrkräfte müssten dafür ihre Skepsis endlich überwinden: „Hier brauchen wir mehr Begeisterung für die neuen Technologien.“ Ausgebildeten Lehrern sollten anstelle eines Beamtenverhältnisses bessere Verdienstmöglichkeiten als Angestellte in Aussicht gestellt werden.

Der Bundes-Datenschutzbeauftragte Peter Schaar kritisierte, dass kein Datenschützer zu dem Treffen in Potsdam eingeladen wurde. In der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ forderte er von der Konferenz, besonders darauf zu achten, dass die Informationsgesellschaft nicht zu einer Überwachungsgesellschaft werde.

Die Konferenz wird im privat finanzierten Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam-Babelsberg veranstaltet. Die Informations-, Kommunikations- und Telekommunikationstechnologien sind nach Angaben des Instituts mit einem Umsatz von rund 135 Milliarden Euro und mehr als 1,5 Millionen Beschäftigten eine der größten Branchen bundesweit. Seit dem „Internetboomjahr“ 2000 sei die Zahl der Studienanfänger im Bereich Informatik aber um mehr als 26 Prozent zurückgegangen.

Indes verlangte der Fachverband Bitkom für den internationalen Nachwuchs einen leichteren Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Das Zuwanderungsgesetz habe in der jüngsten Vergangenheit einen Zuzug qualifizierter Fachkräfte eher verhindert, beklagte Jörg Menno Harms, Vizepräsident des Verbandes für Telekommunikation, IT und Neue Medien, am Montag im Deutschlandradio Kultur. Eine Reform des Zuwanderungsrechts sei deshalb dringend notwendig.

Harms kritisierte, dass Hürden wie die Einkommensgrenze von mindestens 84 000 Euro einfach zu hoch seien: „Wir plädieren hier für die Einführung eines Punktesystems mit Kriterien wie Qualifikation, Alter und Sprachkenntnissen und wer diese erfüllt, der soll dauerhaft in Deutschland bleiben können.“

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