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Technologietransfer: Chinesen zum Shopping in Berlin

Ihren Besuch hatte Chinas Premier Wen Jiabao bereits bei seinem Europa-Trip Ende Januar angekündigt. Nun kommen sie: Mehr als 20 chinesische Behördenvertreter und 130 Manager werden am Mittwoch mit dem chinesischen Handelsminister Chen Deming zum Shopping in Berlin erwartet. Auf der Einkaufsliste stehen aber nicht Leckereien aus dem berühmten Kaufhaus KaDeWe, sondern Technologie - made in Germany.

von Andreas Hoffbauer
Chinas Handelsminister Chen Deming und EU-Außenkommissarin Ferrero-Waldner bei der Unterzeichnung eines Handelsabkommens Ende Januar in Brüssel. Quelle: ap
Chinas Handelsminister Chen Deming und EU-Außenkommissarin Ferrero-Waldner bei der Unterzeichnung eines Handelsabkommens Ende Januar in Brüssel. Quelle: ap

PEKING. China hat versprochen von seinem milliardenschweren Konjunkturprogramm Aufträge an ausländische Firmen zu vergeben. Darum wird der Tross auch nur kurz in Berlin verweilen, da Peking auch noch in der Schweiz, Großbritannien und Spanien ein paar Spezialitäten besorgen will. Europa sei eben bestens geeignet, "uns mit den Geräten auszurüsten, die wir brauchen", so die Vorgabe aus dem Handelsministerium in Peking.

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Das dicke Scheckbuch lassen die Chinesen allerdings daheim. Auf der gesamten Tour dürften "höchsten Aufträge im Wert von zwei Milliarden Euro" vergeben werden, heißt es in deutschen Firmenkreisen. Chinesische Medien melden sogar nur ein Volumen von umgerechnet 1,7 Mrd Euro. Mit Blick auf das im November verkündete gigantische Konjunkturpaket Chinas im Wert von rund 440 Mrd. Euro sei das dann doch eher ein "Tröpfchen", meint ein deutscher Manager in Peking nüchtern. Auch Chinas hohen Handelsüberschüsse dürften durch die Einkaufstour kaum abgebaut werden.

Dennoch kann das die Freude über Pekings "Einkaufsinitiative West" unter deutschen Herstellern nicht schmälern. "Wir begrüßen diese Geste der chinesischen Regierung", sagt auch Jörg Wuttke, Präsident der EU-Handelskammer in Peking. "Allerdings wünschen wir uns nach wie vor, dass China vor allem seine heimischen Märkte weiter öffnet." Pekings Führung gebe mit dem Trip dafür aber genau das richtige Signal, meint dagegen Song Hong, Forscher an der Chinese Academy of Social Sciences: "China hat als große Handelsmacht kein Interesse an Protektionismus."

Doch Peking ist nicht nur der spendable Onkel aus Fernost. Mit seiner Geste hofft China vor allem Hochtechnologie zu bekommen. Denn die Krise lässt bei etlichen Firmen in Europa offenbar frühere Bedenken gegen einen Technologietransfer nach China schrumpfen. Schon beim Wen-Besuch in Berlin hatte der Thyssen-Krupp-Konzern eine Technologie-Vereinbarung zum Transrapid unterzeichnet.

Diesmal hoffen aber vor allem deutsche Mittelständler auf einen Auftrag aus China. Rund 200 deutsche Firmenvertreter werden darum in Berlin mit den spendablen Gästen aus dem Reich der Mitte zusammentreffen und um Aufträge werben.

Allerdings sei noch ziemlich unklar, was eigentlich auf der Einkaufsliste der Chinesen stehe, erklärte ein Mitreisender kurz vor Abflug in Peking. Der ganze Trip sei doch sehr in Windeseile organisiert worden. Für die Unterzeichnung von Aufträgen sei im Berliner Haus der Deutschen Wirtschaft gerade einmal eine halbe Stunde vorgesehen.

Das chinesische Staatsorgan "China Daily" berichtete dafür auf der Aufmacherseite über die Einkaufstour. Die Mission solle die Beziehungen zwischen China und Europa wieder festigen, hieß es. Dennoch lassen die Chinesen - wie auch schon Premier Wen Jiabao - die Wirtschaftsnation Frankreich links liegen. Peking grollt noch immer mit dem französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy. Der hatte als als EU-Ratsvorsitzender im Dezember den Dalai Lama, geistliches Oberhaupt der Tibeter, getroffen.

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