Teilnahme an Schröder/Putin-Party
CDU-Mann Mißfelder fällt bei Unionsspitze in Ungnade

Die Geburtstagsfeier von Schröder mit Putin bringt die Union in eine pikante Situation. Grund ist die Teilnahme des CDU-Außenexperten Philipp Mißfelder an der Feier. Der Vorgang könnte seine Polit-Karriere jäh beenden.
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BerlinDer außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Philipp Mißfelder (CDU), hat mit seiner Teilnahme an der Geburtstagsfeier von Altkanzler Gerhard Schröder in St. Petersburg massive Verärgerung in der Unions-Fraktionsspitze ausgelöst. Ein solches Verhalten sei angesichts der Tatsache, dass Bundeswehrsoldaten in der Ostukraine von prorussischen Milizen gefangen gehalten werden, „eines außenpolitischen Sprechers unwürdig“, heißt es nach Informationen des Handelsblatts in CDU-Kreisen. In der Fraktionsführung sei man der Ansicht, dass Mißfelder in seinem Amt wohl „nicht mehr zu halten“ sei.

„Das würde mich nicht wundern, wenn er das Amt aufgeben müsste“, verlautete es auch in Mißfelders CDU-Landesverband in Nordrhein-Westfalen. „Das ist unglaublich unsensibel“, hieß es in der Unionsfraktion des Bundestags.

Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) soll massiv verärgert, berichten CDU-Kreise. Im CDU-Präsidium sei man „total geschockt“ über den Vorgang, hieß es. Mißfelder war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Nach Angaben der Tageszeitung „Die Welt“ bestätigte Mißfelder Meldungen über seine Teilnahme an der Geburtstagsfeier, der auch der russische Präsident Wladimir Putin beiwohnte. Der CDU-Politiker wolle sich jedoch nicht näher zu dem Vorgang äußern und sprach gegenüber der Zeitung von einer „privaten Reise“.

Schröder musste wegen seiner Feier mit Putin harte Kritik einstecken. „Unsere Jungs leiden bei Wasser und Brot im Verlies, Schröder feiert mit Schampus und Kaviar im Festsaal“, sagte etwa CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer der „Bild“-Zeitung. Für Befremden sorgte vor allem eine auf einem Foto festgehaltene innige Umarmung von Schröder und Putin.

Der Chef der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder (CDU), sagte, dies sei inmitten der Ukraine-Krise nicht hilfreich. Die Chefin der CSU-Landesgruppe, Gerda Hasselfeldt, äußerte sich ähnlich. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckhardt kritisierte, Schröder habe damit die Bemühungen der Bundesregierung zur Eindämmung der Krise torpediert.

Kommentare zu " Teilnahme an Schröder/Putin-Party: CDU-Mann Mißfelder fällt bei Unionsspitze in Ungnade"

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  • Ich lach mich kaputt, der Atlantiker unter der Brücke Mißfelder bei Putin, will wohl auch Gasprinzessin werden. Den Amis geht wohl das Geld zur Raubtierfütterung der unteren Chargen aus und die Ärmsten müssen auch woanders schnorren gehen.
    Bei Muttern Merkel hat das Jungelchen jetzt auf Befehl aus Washington aber ganz schlechte Karten, das wird dieser treulose Gierlappen noch bereuen.
    Na ja, wer Oma und Opa noch nicht mal eine neue Hüfte gönnt, der hat selbst bei dementen Konservativen keine Freunde mehr.

    Im Übrigen sind Frau v.d.L und Frau Merkel äußerst unsensibel und schicken deutsche Soldaten zum Spionieren für Kiew in die Ostukraine. Bitte beide sofort zurücktreten, der Bundestag hat keine Zustimmung zur Entsendung in die Ukraine erteilt oder Deutschland als Kriegspartei aufseiten der Putschisten erklärt. Und dann belügen sie auch noch alle in Deutschland und behaupten das wären OSZE Beobachter. Was soll das?! Diese Kriegstreiberweiber und ehrlosen Obama-Groupies gehören in den Knast aber subito!!!

  • Wie schon von vielen angemerkt, die OSZE hat hier mindestens ungeschickt wenn nicht sogar grob fahrlässig o. bewusst provokativ gehandelt, als sie Vertreter aus Ländern der Anti-Russland Koalition entsandte. Warum hat man nicht Vertreter aus unbeteiligten Ländern, wie zB Brasilien etc entsandt???

  • "Da beteiligen sich deutsche Politiker an einem blutigen Putsch und stürzen einen demokratisch gewählten Präsidenten, machen sich mit faschistischen Nationalsozialisten gemein, die mit Gewalt gegen das ukrainische Volk vorgehen, und diese Leute sprechen von freien Wahlen? "
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    Das ist mir auch übel aufgestoßen, zumal man derzeit die Schuld nur zu gerne ausschließlich Russland zuweisen will und kräftig diesbezüglich in die Kerbe haut (das könnte man auch Kriegsgeschrei nennen). Die Krim ist via Volksentscheid zu Russland übergetreten. Aber daß unsere Politiker mit Volksentscheidungen so ihre Probleme haben, wissen wir spätestens seit der Schweizer Abstimmung zur Migration.
    Auf jeden Fall ist es kurzsichtig und kontraproduktiv, dermaßen auf die Russen einzudreschen (Russland-Bashing ist ja seit Monaten "in") und mit Sanktionen zu wüten, die letztlich auch detusche Firmen massiv schädigen. Streit mit Nachbarn auf dem gleichen Kontinent? Das kann es wohl nicht sein, zumal gerade Deutschland und Russland wirtschaftlich eine sehr interessante, schlagkräftige Kombination darstellen: Deutsches Know How und russische Rohstoffe zusammenwerfen und sich dann gemeinsam weiterentwickeln? Das ergäbe einen äußerst potenten Wirtschaftsblock und ungeahnte Möglichkeiten, zumal die Russen als sehr verläßliche Vertragspartner gelten (im Gegensatz zum Club Med).

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