Termin abgesagt
DGB-Chef Sommer brüskiert SPD-Chef Beck

Spätestens seit dem Nein der SPD zu einer längeren Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I gilt das Verhältnis der Parteispitze zu den Gewerkschaften als zerrüttet. Nun sorgt DGB-Chef Michael Sommer mit einer Absage eines gemeinsamen Termins mit SPD-Chef Kurt Beck dafür, dass es auch jeder mitbekommt.

HB BERLIN. In der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung wollten beide am kommenden Montag bei einer Ausstellungseröffnung zum 100. Jahrestag des „Mannheimer Abkommens“ reden. In dem Beschluss des SPD-Parteitags von 1906 war das Verhältnis von freien Gewerkschaften und SPD neu geregelt worden. Diese SPD-Resolution zum „Politischen Massenstreik“ gilt als erster Schritt auf dem Weg zur parteipolitisch unabhängigen Einheitsgewerkschaft.

Nach DGB-Angaben hat Sommer aus „rein privaten Gründen“ seinen Auftritt abgesagt. Für ihn soll jetzt die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Margret Mönig-Raane reden. Warum kein Chef einer Einzelgewerkschaft als Ersatz kommt, dafür gab es keine Erklärung.

Auf der Sitzung des SPD-Parteirats am vergangenen Montag war Sommer auf offenen Konfliktkurs mit der SPD-Führung gegangen und hatte ihr laut Teilnehmerangaben indirekt Verrat vorgeworfen. Auch anwesende Vertreter des Gewerkschaftsflügels zeigten kein Verständnis für Sommers Auftritt. Ihm sei bei der Sitzung eine „eisige Stimmung“ entgegengeschlagen, hieß es. Aus Gewerkschaftskreisen verlautete, Sommer werde in der SPD nicht mehr akzeptiert, weil er ständig „hoch emotionalisiert, unberechenbar und anmaßend“ agiere.

Bereits bei der jüngsten Sitzung des SPD-Gewerkschaftsrats war es zu einer offenen Konfrontation gekommen. Die anwesenden DGB-Spitzenfunktionäre hatten dabei deutlich gemacht, dass sie nichts mehr von der SPD in der großen Koalition in ihrem Sinne erwarteten. Verwiesen wurde auf die Gesundheits- und Rentenpolitik und den Mindestlohn.

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