Termin noch offen
Kommunen und Ärzte kehren an Verhandlungstisch zurück

Im Tarifstreit der Ärzte an städtischen Kliniken und Kreiskrankenhäusern wollen Arbeitgeber und Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren. Der MB nahm am Dienstag ein Gesprächsangebot an, forderte zugleich aber ein neues Angebot der Arbeitgeberseite. Die Gewerkschaft hatte die Verhandlungen am 18. Juli für gescheitert erklärt.

HB BERLIN/FRANKFURT/MAIN. „Es ist dringend notwendig, dass in diesen Tarifkonflikt Bewegung kommt“, mahnte die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) am Dienstag in Frankfurt. „Letztlich gibt es zu einer Einigung am Verhandlungstisch keine vernünftige Alternative. Vorbedingungen darf es dafür nicht geben.“ Einem Sprecher zufolge steht aber noch kein Termin für die neue Gesprächsrunde fest.

MB-Chef Frank Ulrich Montgomery sagte der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“, der Marburger Bund sei jederzeit zu Gesprächen bereit, wenn die Arbeitgeber vernünftige Angebote zur Arbeitszeit-Regelung und den Gehältern der Klinikärzte vorlegten. Gewerkschafts-Hauptgeschäftsführer Lutz Hammerschlag schrieb seinem VKA-Kollegen Manfred Hoffmann: „Ebenso wie Sie sehen wir in einem dauerhaften Streik nicht die Lösung der Tarifauseinandersetzung.“ Eine in der vergangenen Woche erzielte Einigung zwischen der Gewerkschaft Verdi und den kommunalen Arbeitgebern für das nichtärztliche Personal an Krankenhäusern akzeptiert der Marburger Bund aber nicht.

Die Streiks von Ärzten an den kommunalen Kliniken für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen waren am Montag in die siebte Woche gegangen. Am Dienstag legten nach Angaben des Marburger Bundes gut 16 300 Mediziner in 156 kommunalen Krankenhäusern ihre Arbeit nieder. Aktionen gab es in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Schleswig- Holstein, Baden-Württemberg, Hessen, Bremen und Sachsen.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft warnte vor einer Verschärfung des Konflikts: „Um sich zu profilieren, heizen die Wortführer des Marburger Bundes die Stimmung in verantwortungsloser Weise an und ziehen den Streik unnötig in die Länge“, erklärte Hauptgeschäftsführer Georg Baum. Stil und Wortwahl machten deutlich, dass es vor allem um „die Durchsetzung von Individualinteressen weniger leitender Funktionäre“ gehe. Das Angebot der Arbeitgeber mit Gehaltszuwächsen in Höhe von rund zehn Prozent sei „weit mehr als die Kliniken angesichts der hohen Lasten verkraften können und übersteigt alles, was andere Berufsgruppen erzielt haben."

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