Terror in Deutschland
Islamisten planten massive Bombenanschläge

Horrorszenario kurz vor dem Jahrestag der Anschläge vom 11. September: Drei Männer mit islamistischem Hintergrund planten Attentate in Deutschland, bestätigte jetzt die Bundesanwaltschaft. Vor der Festnahme kam es zum Showdown zwischen Sicherheitsbehörden und den Terrorverdächtigen in einem Sauerland-Dorf. Die Identität von zwei der Gefassten ist besonders brisant.

HB BERLIN. Nach der Festnahme von drei Terrorverdächtigen haben am Mittwochmorgen die Vernehmungen am Bundesgerichtshof in Karlsruhe begonnen. Zuvor waren die Verdächtigen per Hubschrauber in Karlsruhe eingetroffen. Gegen einen der Terrorverdächtigen wurde laut dem Präsidenten des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke, bereits Haftbefehl erlassen.

Die drei Männer planten nach Angaben der Bundesanwaltschaft „massive Bombenanschläge“ auf amerikanische Einrichtungen in Deutschland. Generalbundesanwältin Monika Harms sagte, sie gehörten einer deutschen Zelle des internationalen Terrornetzwerks Jihad-Union an. Das Bundeskriminalamt habe monatelang mit mehreren Landeskriminalämtern und der Bundesanwaltschaft ermittelt.

Im Visier der Verdächtigen waren den Ermittlern zufolge von US-Bürgern besuchte Einrichtungen wie Discos, Pubs und Flughäfen. Es sei „eine der bislang schwerwiegendsten Anschlagsplanungen“ in Deutschland gewesen, sagte Harms.

Im Dezember 2006 habe einer der Festgenommenen zwei amerikanische Kasernengebäude im hessischen Hanau als potenzielles Anschlagsziel ausgespäht. Dies habe das Bundesamt für Verfassungsschutz festgestellt, berichtete Harms. Zwischen Februar und August 2007 habe einer der Beschuldigten nach und nach zwölf Fässer mit insgesamt 730 Kilogramm 35-prozentiger Wasserstoffperoxidlösung im Raum Hannover beschafft und diese Fässer im Raum Freudenstadt in einer Garage zwischengelagert.

Am 17. August hätten die Verdächtigen ein Ferienhaus im Sauerland angemietet und dort ab 2. September mit der Herstellung von Sprengstoff begonnen. Die Wirkung hätte laut Harms den Effekt von 550 Kilogramm TNT gehabt. Den Behörden gelang es nach eigenen Angaben, das Wasserstoffperoxid mit einer niedriger konzentrierten Lösung auszutauschen. Bürger seien nicht gefährdet gewesen. Laut Bundeskriminalamt (BKA) waren gleichzeitige Anschläge mit Autobomben an mehreren Orten in Deutschland geplant.

Sicherheitskreisen zufolge sollten die Anschläge ein ähnliches Ausmaß haben wie die Attentate von London oder Madrid. In Madrid kamen bei Explosionen in Vorortzügen 191 Menschen ums Leben, bei den Anschlägen in der Londoner U-Bahn gab es 52 Tote. Bei den drei Verdächtigen handele es sich um zwei deutsche Konvertiten und einen Türken, einer von ihnen stamme aus dem Umfeld der Islamistenszene in Neu-Ulm. Harms sagte, alle drei seien im vergangenen Jahr in Pakistan ausgebildet worden.

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