Terror in Deutschland
Kampf gegen eine Hydra

Der geplante Anschlag in Düsseldorf lässt Schlimmes befürchten. So bitter es ist: Die Bürger werden unfreiwillig weiter an Freiheit einbüßen, um sicher leben zu können. Ein Kommentar.
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Die gute Nachricht vorneweg. Die deutschen Sicherheitsbehörden arbeiten professionell. Die Terroristen des „Islamischen Staats“ (IS) sind nicht dazu gekommen einen blutigen Anschlag auf die Düsseldorfer Altstadt zu verüben. Die Terror-Zelle wurde ausgehoben, bevor sie zuschlagen konnte. Die Bürger können unseren wachsamen Sicherheitsbehörden dankbar sein.

Das war es dann aber schon mit den positiven Nachrichten, an einem Tag, an dem einem sofort wieder die fürchterlichen Bilder des Terroranschlags in Brüssel in Erinnerung gerufen werden. Bei den Anschlägen auf den Flughafen und die U-Bahn sind 31 Menschen getötet und 270 verletzt worden. Das ist noch nicht einmal drei Monate her. Brüssel liegt lediglich zwei Autofahrstunden von Düsseldorf entfernt.

Der IS drohte bereits nach dem Attentat in Brüssel auf Twitter: „Macht euch auf mehr Bomben gefasst — auch in Deutschland.“ Wie sich jetzt herausstellt waren das keine leeren Drohungen. Zwei der vier Attentäter sollen laut den Ermittlern 2014 im Auftrag der IS-Führung aus Syrien in die Türkei gereist, 2015 dann kamen sie über die Balkanroute nach Deutschland. Es wirkt angesichts dieser Erkenntnisse wie ein Wunder, dass es in Deutschland immer wieder gelungen ist, solch lang geplante Anschläge zu verhindern.

Nur wie wappnet sich eine Stadt wie Düsseldorf gegen den Terror? Laut der Bundesanwaltschaft sollten sich im Stadtzentrum zuerst zwei Attentäter mit Sprengwesten in die Luft jagen. Anschließend hätten weitere Terroristen möglichst viele Passanten mit Gewehren und weiteren Sprengsätzen getötet. Soll der Oberbürgermeister jetzt die Königsallee sperren und die alle Besucher der Altstadt einer genauen Leibesvisitation unterziehen? Das ist natürlich absurd.
Die Biografien der Attentäter und die Struktur der Anschlagsvorbereitungen zeigen die internationale Vernetzung der Täter. Es wäre deshalb nur konsequent, wenn die Sicherheitsbehörden in Europa noch stärker zusammenarbeiten würden. Daran hapert es. Es lohnt sich auch ein Blick nach Israel. Das Land lebt seit Jahrzehnten mit dem Terror und und besitzt inzwischen die ausgefeiltesten Sicherheitstechniken. Davon kann Deutschland lernen.

So bitter es ist. Die Bürger werden weiter an Freiheit einbüßen, um sicher leben zu können. Die Terrorwelle wird uns noch Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte begleiten. Die Statistiken der Sicherheitsbehörden zeigen, auf was die Bürger vorbereiten müssen. Etwa 5.000 Europäer, darunter 800 Deutsche, haben sich inzwischen dem IS angeschlossen. Zwischen 25 und 40 Prozent dieser Menschen sind mittlerweile wieder zurück in ihren Heimatländern. Hinzu kommen Fanatiker, die den Islamischen Staat hier im Land fördern. In Deutschland wächst eine Hydra heran, der man gar nicht so schnell die Köpfe abschlagen kann, wie sie nachwachsen.

Der Autor ist Ressortleiter Wirtschaft und Politik.
Thomas Sigmund
Handelsblatt / Ressortleiter Politik und Leiter des Hauptstadtbüros

Kommentare zu " Terror in Deutschland: Kampf gegen eine Hydra"

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  • Hallo Herr Peter Spiegel, Sie hatten wohl Ladehemmung heute Nachmittag.Na jetzt klappts ja wieder.
    Also die 3 bösen Burschen müssen aber dann ganz dringend einen Integrationskurs besuchen, neues Handy und Markenklamotten verstehen sich von selbst, das gehört zu unserer Liebe dazu, welche wir denen entgegen bringen müßen.
    Sollte das nichts helfen sollten Fatima Claudia Roth und Cristal Meth Beck der Sache annehmen. Eine schlimmere Drohung kann es wohl nicht geben

  • Böser Mann

  • Hab ich gerade gelesen und liege mit einem Lachkrampf am Boden. Facharbeiter wohin man schaut.
    Österreich: Es gibt mehr Drogen-Händler als Konsumenten.

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