Terror
Terror: Zweites Al Kaida-Video aufgetaucht

Eine Woche vor der Bundestagswahl ist ein zweites Video der Terrororganisation Al Kaida aufgetaucht. Es handelt sich offenbar um keine weitere Terrordrohung. Die Sicherheitsbehörden sind dennoch alamiert.

HB BERLIN. Im Internet ist zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage ist ein an Deutschland gerichtetes Video der Terrororganisation Al Kaida im Internet aufgetaucht. Die deutschen Sicherheitsbehörden halten es für authentisch, wie eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums sagte.

Laut BKA ist darin keine konkrete Anschlagsdrohung enthalten. Vermutlich sei erneut der Bonner Islamist Bekkay Harrach mit dem Kampfnahmen Abu Talha, der Deutsche, der Sprecher des deutschen Textes. Möglicherweise handelt es sich laut Bundesanwaltschaft eher um eine "Art Missionierungs-Video".

Offenbar wurde die Botschaft erst am heute im Internet entdeckt. Ob sie tatsächlich erst jetzt eingestellt wurde, war aber zunächst unklar. Anders als in den bisher drei Videos, die Harrach zugeschrieben werden, also dem am Freitag eingestellten und zwei bereits im Januar und Februar verbreiteten, handelt es sich in diesem Fall um eine sogenannte Audio-Botschaft mit Standbild. Darauf ist ein vermummter Mann zu sehen, während ein auf Deutsch gesprochener Text sowie zahlreiche Koranzitate abgespielt werden. Das Video wird derzeit laut Bundesinnenministerium im gemeinsamen Internet-Zentrum der Sicherheitsbehörden ausgewertet. Seine Aussage "reiht es sich ein in frühere Video-Botschaften islamistischer Kreise", wie eine Ministeriumssprecherin sagte.

Derweil verschärft die Polizei die Sicherheitsvorkehrungen. Beispilesweise in Berlin. Wo sonst vor dem Jüdischen Museum in Berlin die Polizisten entspannt mit Passanten plaudern, patrouillieren Beamte nun mit schwarzen Maschinenpistolen. Auch an Flughäfen und großen Bahnhöfen gehört die massive Bewaffnung in den nächsten Wochen zum neuen Bild. Die Gefahr ist abstrakt, aber sie hat eine neue Qualität, heißt es in Sicherheitskreisen. Die beiden Videos des mutmaßlichen El-Kaida-Terroristen Bekkay Harrach erhöhen die Nervosität. Denn erstmals ist eine Drohung von ihm auf einen festen Zeitrahmen rund um die Bundestagswahl bezogen. Aber zugleich gilt: Über konkrete Anschlagsplanungen - etwa auf das Münchner Oktoberfest - soll bisher nichts bekannt sein. Es besteht kein Grund zur Panik, betont Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Verfassungsschutz-Chef Heinz Fromm warnte schon zu Jahresbeginn, "dass Anschläge gegen unser Land vorbereitet werden". Auffällige Reisebewegungen haben diese Sorge nun in den letzten Tagen verstärkt - über allem kreist die Befürchtung vor einem zweiten Madrid. Dort waren im März 2004 bei Anschlägen auf Pendlerzüge 191 Menschen getötet worden. Der Terror hatte politische Folgen: Drei Tage später gewannen die Sozialisten überraschend die Wahlen. Der Nachfolger des konservativen Ministerpräsidenten José María Aznar, der Sozialist José Luis Rodríguez Zapatero, ordnete den Abzug der Truppen aus dem Irak an.

Besonders das am Freitag aufgetauchte Video ist eine eindeutige Ansage vor der Bundestagswahl. Es kommt zunächst wenig bedrohlich daher. Der 32 Jahre alte ehemalige Student der Wirtschaftsmathematik steht vor einem roten Samtvorhang. Er trägt schulterlanges, gegeltes Haar, gekleidet ist er mit Anzug und hellblauer Krawatte - ein fast skurril anmutender Auftritt eines Mannes, der der mittleren Führungsebene von El Kaida zugerechnet wird und der über sich sagt: "Mich für Allah in die Luft zu sprengen ist mein Wunsch seit 1993."

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