Terrorabwehr
Merkel fordert Soldaten an

Die versuchten Terroranschläge in London und Glasgow haben in Deutschland eine alte Debatte neu entfacht: den Einsatz der Bundeswehr im Inneren. Kanzlerin Merkel stellte sich jetzt deutlich hinter die Forderung ihres Innenministers, Soldaten auch zur Terrorabwehr heranzuziehen. Die alte Trennung von innerer und äußerer Sicherheit sei „von gestern“.

HB BERLIN. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich angesichts der wachsenden Terrorgefahr für eine Ausweitung der Einsatzmöglichkeiten der Bundeswehr im Inneren ausgesprochen. Dies müsse „im Zusammenhang mit terroristischen Gefahren in ausgewählten Bereichen“ möglich sein, forderte die CDU-Vorsitzende am Montag in Berlin. Die alte Trennung von innerer und äußerer Sicherheit sei „von gestern“, spätestens seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 müsse man in ganz neuen Zusammenhängen denken.

„Nur wenn wir dieses neue Denken auch wirklich anwenden, bleiben Freiheit und Sicherheit angesichts dieser neuen Bedrohung in einer ausgewogenen Balance“, mahnte Merkel. Nach den Terrorattacken in London und Glasgow verstärkte die Bundesregierung die Zusammenarbeit mit den britischen Behörden.

„Es versteht sich von selbst, dass wir diese Zusammenarbeit intensiviert haben seit den versuchten und durchgeführten Anschlägen in Großbritannien“, sagte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Stefan Kaller. Er fügte hinzu, dass deutsche Verbindungsbeamte ständig in London und umgekehrt britische Verbindungsbeamte in Deutschland seien.

In der Nacht zum Freitag konnten zwei Anschläge mit Autobomben in London verhindert werden. Am Samstag versuchten zwei Männer, mit einem Geländewagen, der mit Propangasflaschen und Benzinkanistern gefüllt war, zwischen hunderte Menschen in der Halle des Flughafens von Glasgow zu fahren. Sie kamen jedoch nicht über die Sicherheitssperren an der Eingangstür hinaus. Der Wagen brannte aus.

Befürchtungen, in Deutschland stünden ähnliche Anschläge unmittelbar bevor, wies Kaller zurück. „Wir haben nach wie vor keine konkreten Hinweise auf Anschläge in Deutschland“, betonte er. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, hatte in einem Interview gesagt, Deutschland müsse „in naher Zukunft mit schweren Anschlägen“ rechnen. In Deutschland lebten etwa 100 so genannte „Gefährder“, sagte Freiberg der „Passauer Neuen Presse“.

Seite 1:

Merkel fordert Soldaten an

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%