Terroralarm in Essen Anschlagsplanung soll drei Selbstmordattentäter umfasst haben

Der geplante Terroranschlag auf ein Einkaufszentrum in Essen sollte nach einem Medienbericht von drei Selbstmordattentätern verübt werden. Demnach hätten sie mit in Rucksäcken versteckten Bomben zuschlagen sollen.
Update: 13.03.2017 - 21:31 Uhr Kommentieren
Die Polizei setzte ihre Ermittlungen nach eigenen Angaben mit Hochdruck fort, nannte aber keine Details. Quelle: dpa
Geplanter Anschlag in Einkaufszentrum

Die Polizei setzte ihre Ermittlungen nach eigenen Angaben mit Hochdruck fort, nannte aber keine Details.

(Foto: dpa)

Essen/BerlinDer geplante Terroranschlag auf ein Einkaufszentrum in Essen sollte nach Informationen der „Welt“ von drei Selbstmordattentätern verübt werden. Laut einem Plan hätten die drei Angreifer am Samstag um 16.30 Uhr mit in Rucksäcken versteckten Bomben zuschlagen sollen, berichtete die Zeitung am Montag. Bei dem Auftraggeber soll es sich um den 24-jährigen Imran René Q. aus Oberhausen handeln, der im April 2015 über die Türkei nach Syrien ausgereist ist. Dort hat er sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen.

Die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf bestätigte, dass es sich um einen 24-Jährigen aus Oberhausen handele. Er soll drei Personen aufgefordert haben, an einem konkreten Ort zu einer konkreten Zeit einen Anschlag zu begehen. „Diese Aufforderung ist im Rahmen eines sozialen Netzwerkes ergangen“, sagte Behördensprecher Oberstaatsanwalt Mathias Proyer.

Essener Einkaufszentrum wegen Hinweisen auf Anschlag geschlossen

Essener Einkaufszentrum wegen Hinweisen auf Anschlag geschlossen

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen führen immer mehr Spuren in die nordrhein-westfälische Salafisten-Szene. Demnach wird auch der in Oberhausen lebende Bruder des mutmaßlichen 24-jährigen Drahtziehers dieser radikal-islamischen Strömung zugerechnet. Er war am Samstag als Kontaktperson des Auftraggebers festgenommen worden, wurde später aber wieder freigelassen.

Gegen den mutmaßlichen Drahtzieher Imran René Q. ermittelt seit Dezember 2015 der Generalbundesanwalt (GBA). Der im Februar 1993 in Oberhausen geborene Mann soll nach dpa-Informationen mehrfach von Syrien aus versucht haben, Glaubensbrüder über soziale Netzwerke für ein Attentat in Deutschland anzuwerben. Gegen ihn wird vom GBA wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat ermittelt. Zuerst hatte die „Welt“ über die Identität des Mannes berichtet.

Imran René Q., der einen deutschen Pass besitzt, war im Frühjahr 2015 nach Syrien ausgereist und im Sommer des Jahres vom nordrhein-westfälischen Landeskriminalamt als Gefährder eingestuft worden. Solchen Islamisten wird jederzeit ein Anschlag zugetraut.

Nach Informationen der „Bild“-Zeitung geriet Imran René Q. im Oktober ins Visier der Verfassungsschutzbehörden, weil er per Facebook zu mindestens 35 Islamisten in Deutschland Kontakt aufgenommen und sie via Messenger zu Anschlägen in Deutschland aufgefordert haben soll. Die Islamisten habe er auch gleich mit entsprechenden Anleitungen versorgt, darunter mit Plänen für den Bau von TATP-Sprengstoff, wie er auch bei den Anschlägen von Paris im November 2015 und Brüssel im März 2016 verwendet wurde, berichtet das Blatt.

Auch gegen den ebenfalls der salafistischen Szene angehörenden Bruder von Imran René Q. wird ermittelt - wegen Terrorfinanzierung. Es heißt, von den Sicherheitsbehörden in NRW werde er als sogenannte „relevante Person“ geführt - diese Einstufung liegt eine unter jener des Gefährders.

  • dpa
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