Terroralarm in München und die Folgen: CSU fordert Fußfesseln für Gefährder

Terroralarm in München und die Folgen
CSU fordert Fußfesseln für Gefährder

Die Polizei fahndet nach den angeblichen Terroristen von München und verstärkt ihre Präsenz. In der Nacht zu Sonntag gab es einen neuen Fehlalarm. Die CSU nutzt den Vorfall für einen Vorstoß in der Sicherheitspolitik.

MünchenNach dem Terroralarm am Silvesterabend in München hat Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) das Vorgehen der Sicherheitsbehörden gelobt. „Die Bedrohung war ernst zu nehmen und die Behörden haben total richtig reagiert“, sagte der CSU-Chef der „Bild am Sonntag“.

Angesichts der Bedrohung durch die Terrormiliz Islamischer Staat forderte Seehofer eine bestmögliche Ausstattung der Sicherheitsbehörden. „Die Terrorgefahr ist sehr real auch für unser Land und wird uns noch lange begleiten. Höchste Wachsamkeit, energisches Handeln, beste Ausrüstung und personelle Ausstattung für unsere Sicherheitsbehörden sind deshalb das Gebot der Stunde.“

Einen Zusammenhang zwischen den möglichen Anschlägen und der deutschen Willkommenskultur gegenüber Flüchtlingen speziell in München sieht Seehofer nicht. „Man sollte das sauber auseinanderhalten. Was allerdings auch stimmt: Die Unübersichtlichkeit der Flüchtlingsströme wird auch genutzt für Zwecke der Kriminalität“, sagte er.

Nach dem Terroralarm fahndet die Polizei nun weiter nach fünf bis sieben angeblichen potenziellen Attentätern aus Syrien und dem Irak. Dazu werden in den nächsten Tagen auch Hinweise aus der Bevölkerung kriminalpolizeilich abgearbeitet, wie ein Sprecher sagte.

Außerdem wird die Polizei in der Landeshauptstadt auch am Samstag und Sonntag verstärkt Präsenz zeigen, obwohl die Behörden am Freitagmittag Entwarnung gegeben hatten. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte gesagt, es gebe gegenwärtig keine konkrete Anschlaggefahr mehr.

Nach der Terrorwarnung an Silvester haben zwei Fehlalarme die bayerische Polizei auf Trab gehalten. In der Nacht zum Sonntag wurde der Bahnhof im Münchener Stadtteil Pasing erneut teilweise gesperrt, nachdem ein Sprengstoffhund angeschlagen hatte. Es sei jedoch nichts Verdächtiges gefunden worden, sagte ein Polizeisprecher.

In Mammendorf bei München wurde am Samstagabend ein Zug gestoppt und durchsucht. Zuvor hatte nach Angaben der Polizei ein Mann mit einer Bombe gedroht. Die Beamten wurden auch in diesem Fall nicht fündig.

Nach Hinweisen befreundeter Geheimdienste hatten die Behörden am späten Silvesterabend den Hauptbahnhof sowie den Bahnhof im Stadtteil Pasing evakuiert. Es bestand der konkrete Verdacht, dass fünf bis sieben Anhänger der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) gegen Mitternacht Anschläge wie in Paris verüben wollten. Ob es die teilweise namentlich bekannten Verdächtigen überhaupt gibt, ist aber unklar.

Der erste Hinweis auf die beiden Bahnhöfe – noch ohne Details zu Namen der Verdächtigten und Zeitpunkt – kam laut „Süddeutscher Zeitung“, WDR und NDR bereits spätestens am 23. Dezember, also noch vor Weihnachten.

Er wurde zunächst jedoch für unwahrscheinlich gehalten. Die Informationen verdichteten sich dann aber, ein Hinweisgeber aus dem Irak wurde dort vom Bundesnachrichtendienst befragt. Entsprechende Berichte der drei Medien wurden der Deutschen Presse-Agentur bestätigt.

Nach dpa-Informationen kam ein Hinweis vor ein paar Tagen aus den USA. Den deutschen Sicherheitsbehörden lagen auch aus dem Geheimdienstbereich detaillierte Informationen zu Namen, Orten und einem möglichen Tatablauf vor. Die ganz konkrete Warnung für die Silvesternacht wurde nach Angaben der Münchner Polizei dann an Silvester vom französischen Geheimdienst übermittelt.

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