Terrorgefahr
Verdächtige hatten konkrete Anschlagspläne

Deutschland ist offenbar knapp einem Terroranschlag entgangen. Die am Freitag in Düsseldorf verhafteten Verdächtigen hätten bereits konkrete Pläne ausgearbeitet, sagen Ermittler.
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KarlsruheDie drei mutmaßlichen Mitglieder des Terrornetzwerks Al Kaida haben nach den Erkenntnissen der Ermittler einen Sprengstoffanschlag in Deutschland vorbereitet. Ein genaues Anschlagsziel habe es aber noch nicht gegeben, teilte der stellvertretende Generalbundesanwalt Rainer Griesbaum am Samstag in Karlsruhe mit. Die Festgenommenen seien „noch in der Experimentierphase“ gewesen. Sie hätten geplant, einen mit Metallteilen versetzten Sprengsatz in einer größeren Menschenmenge zur Explosion zu bringen.

Der Präsident des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke, berichtete, die Verdächtigen hätten sich konkret mit dem Bombenbau beschäftigt und angefangen, damit zu experimentieren. Zuvor hätten sie drei repräsentative Gebäude besichtigt und im Internet Anleitungen zum Bombenbau heruntergeladen. „Wir haben aber keine Anhaltspunkte dafür, dass einer der Täter sich als Suizidattentäter einsetzen lassen wollte“, sagte Ziercke.

Der Hauptbeschuldigte, ein 29-jähriger Marokkaner, habe sich seit November 2010 illegal in Deutschland aufgehalten, um die Vorbereitungen für ein Attentat zu treffen, fügte der BKA-Präsident hinzu. Es habe Verbindungen nach Österreich, Marokko und in das Kosovo gegeben. Der Anschlag in Marrakesch am Donnerstag mit 16 Toten hätte ein stimulierendes Ereignis für die Festgenommenen sein können.

Gegen den Hauptbeschuldigten wurde am Samstag von der Ermittlungsrichterin des Bundesgerichtshofs Haftbefehl erlassen. Er sei wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und Planung eines Anschlages in Deutschland ergangen, sagte Griesbaum. Der Generalbundesanwalt verwies zudem auf aktuelle Erkenntnisse der Ermittler, die belegen würden, dass Al-Kaida in Deutschland Anschläge plant.

Der Hauptbeschuldigte habe 2010 von einem hochrangigen Mitglied der Terrororganisation den Auftrag für einen Anschlag in Deutschland erhalten. Den Ermittlungen zufolge soll er in einem Ausbildungslager der Extremistenorganisation
Al-Kaida in Waziristan gewesen sein. Nach der Ausbildung sei er zur Durchführung eines Attentats nach Deutschland zurückgekehrt.

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  • DAS nenne ich konkrete, hieb- und stichfeste Ermittlungsarbeit!

    - Sie hätten geplant...
    - Wir haben aber keine Anhaltspunkte dafür...
    - Anschlag in Marrakesch...hätte ein stimulierendes Ereignis für die Festgenommenen sein _können_
    - Den Ermittlungen zufolge soll er...
    - BKA-Chef Jörg Ziercke schätzt... Es könnten...
    - Ob...Sprengstoff gefunden worden sei, sei noch nicht bekannt
    - Die Ermittler vermuten...
    - ...eine mögliche Verbindung...

  • Der Schoß ist fruchtbar, welcher solche Exemplare gebärt.
    Und er wird hofiert und geadelt.
    Die Al Kaida-Typen sind doch nur die Spitze des Eisbergs der Vertreter einer jahrhundertealten Raub- und Brandschatzersekte, die weltweit pausenlos beleidigt ist und dauernd als "Religion des Friedens" unverschämte Forderungen stellt.

  • Mich würde ja interssieren, was Sie schreiben, wenn es dann keine Propaganda mehr ist und Blut geflossen ist: "Pech gehabt", "Musste ja mal passieren" oder gar: "Wo sind Polizei und Ermittlungsbehörden gewesen?"

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