Terrorprozess in Düsseldorf
Angeklagter: Christian G. ist El-Kaida-Mitglied

Der terrorverdächtige deutsche Islamist Christian G. gehört nach Aussage des Angeklagten im Düsseldorfer Terrorprozess der El Kaida an. Er habe den zum Islam konvertierten Duisburger in Afghanistan gemeinsam mit Terroristenführer Osama bin Laden in einer Moschee gesehen, sagte der 26-jährige Palästinenser in einer Vernehmung durch das Bundeskriminalamt, deren Protokoll am Mittwoch vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht verlesen wurde.

HB/dpa DÜSSELDORF. Der Duisburger sei bei dem Terrornetzwerk als Computerspezialist eingesetzt gewesen und habe in Kandahar in einer Siedlung der El Kaida gelebt.

Er habe sich später mehrfach mit Christian G. und weiteren El- Kaida-Anhängern in einer Moschee in Wuppertal getroffen, sagte der Angeklagte aus, der selbst einer islamistischen Terrorzelle der Al Tawhid angehört haben soll. Später habe er gehört, dass Christian G. nach Afghanistan zurückgekehrt sei. Über Anschläge hätten die El- Kaida-Leute in seiner Anwesenheit nicht gesprochen, dazu sei er mit ihnen zu wenig vertraut gewesen. Sie hätten aber berichtet, dass sie in Deutschland von der Polizei beschattet wurden.

Christian G. war nach seiner Abschiebung aus Saudi-Arabien in Paris festgenommen und inhaftiert worden. Innenminister Nicolas Sarkozy hatte ihn als „hohen Verantwortlichen von El Kaida“ bezeichnet. Dagegen hatte der Bundesgerichtshof einen von der Bundesanwaltschaft beantragten Auslieferungs-Haftbefehl verweigert. Die Ermittler halten den 36-Jährigen für einen Mitwisser des am 11. April 2002 verübten Anschlags auf eine Synagoge auf der tunesischen Ferieninsel Djerba. Bei dem Attentat waren 21 Menschen ums Leben gekommen, darunter 14 deutsche Urlauber.

Christian G. hatte eingeräumt, sich mehrfach in afghanischen Ausbildungslagern aufgehalten zu haben. Dort soll er den späteren Djerba-Attentäter kennen gelernt haben, der ihn kurz vor dem Anschlag noch angerufen hatte. Auch zu dem Marokkaner Mounir El Motassadeq - wegen Beteiligung an den Anschlägen vom 11. September 2001 zu 15 Jahren Haft verurteilt - existierte eine Verbindung.

Im Düsseldorfer Terrorprozess hatte der angeklagte Palästinenser bereits Verbindungen zur El Kaida eingeräumt. Das Verfahren wird für einen Monat unterbrochen und am 1. September fortgesetzt.

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