Terrortrip von Krefeld aus
Angeklagter gibt Hinweise auf El-Kaida-Zellen in NRW

Im Düsseldorfer Terroristenprozess hat der Angeklagte Hinweise auf mögliche El-Kaida-Terroristen in Nordrhein- Westfalen gegeben. „In Duisburg, Köln, Krefeld und Haan bei Düsseldorf gibt es welche“, sagte der Palästinenser am Dienstag vor dem Oberlandesgericht.

HB/dpa DÜSSELDORF. „Ich weiß nicht, was sie planen. Diese Dinge sind sehr geheim.“ Der Palästinenser ist wegen Mitgliedschaft in der terroristischen Vereinigung Al Tawhid angeklagt und soll früher Leibwächter Osama bin Ladens gewesen sein.

Einige der genannten Orte seien im Zusammenhang mit den Ermittlungen in dieser Richtung bereits bekannt, sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Innenministeriums. Zur Frage, ob es Anhaltspunkte für eine El-Kaida-Zelle im Rhein-Ruhr-Gebiet gebe, wollte das Ministerium keine Stellungnahme abgeben.

Der Angeklagte sagte, dass er selbst mit einem El-Kaida-Mann aus Krefeld nach Afghanistan gereist sei. Er habe aber erst dort erfahren, dass dieser der Organisation Osama bin Ladens angehöre. „Ich habe erst in Afghanistan gesehen, was El Kaida in Deutschland alles gemacht hat“, sagte der 26-Jährige.

Bundesanwalt Christian Monka stufte den Angeklagten als glaubwürdig ein. „Die meisten überprüfbaren Daten haben sich als richtig erwiesen. Die Kernpunkte sind glaubhaft“, sagte der Ankläger. Vier weitere mutmaßliche Al-Tawhid-Mitglieder säßen noch in Untersuchungshaft und warteten auf ihren Prozess. Auch der Angeklagte beteuerte am Dienstag die Wahrheit seiner Aussagen: „Meine Geständnisse hier vor Gericht sind alle richtig“.

Er habe den Auftrag bekommen, Sprengstoff-Bestandteile zu besorgen. Dabei sei es um leicht zu beschaffende Substanzen gegangen: „Selbst Aldi verkauft das.“ Mit einer solchen Mixtur hätten seine Ausbilder in Afghanistan ein dreistöckiges Gebäude zum Einsturz gebracht.

Das Ziel der Al Tawhid-Terroristen in Berlin war offenbar nicht, wie zunächst angenommen, das Jüdische Museum. Der Angeklagte erkannte das Gebäude am Dienstag auf Fotos nicht wieder. Bundesanwaltschaft und Verteidigung vermuten inzwischen, dass die Beschreibung des Palästinensers eher auf das Jüdische Gemeindezentrum in Berlin passt.

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