Terrorzelle
Mehrere Polizisten hatten Kontakt zur NSU

Der Fall NSU zieht weitere Kreise. Womöglich haben mehrere Thüringer Polizisten das Umfeld der rechtsradikalen Terrorgruppe informiert. Parlamentarier kritisieren, dass entsprechenden Hinweisen nicht nachgegangen wurde.
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BerlinDer Thüringer Untersuchungsausschuss zu den Morden der rechtsextremen Terrorzelle NSU verfügt offenbar über Hinweise, dass mehrere Polizisten in den 90er Jahren Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen hatten. "Aus den Akten des Verfassungsschutzes geht ganz klar hervor, dass zwei Quellen unabhängig voneinander einen Beamten im Jahr 1999 belasten", sagte die Thüringer Linken-Fraktionsvize Martina Renner am Samstag dem Inforadio des RBB. Möglicherweise seien den Quellen zufolge auch weitere Polizisten in den Fall verwickelt.

Renner hatte der Internet-Ausgabe der "Welt" gesagt, dass nach der Darstellung in den Akten der Polizist Sven T. engen Kontakt zur rechtsextremen Kameradschaft Thüringer Heimatschutz (THS) unterhalten haben oder zumindest Sympathisant der Neonaziszene gewesen sein soll. Zudem soll er den Rechtsextremisten Enrico K. vor polizeilichen Maßnahmen gewarnt haben. K. gehörte ebenso wie die NSU-Mitglieder Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe dem Heimatschutz an. T. machte demnach trotzdem beim Verfassungsschutz Karriere.

Die Quellen würden auch von weiteren nicht namentlich genannten Beamten berichten, sagte Renner dem RBB. "Demnach gab es Treffen und Informations-Weitergaben, insbesondere zu bevorstehenden Polizeimaßnahmen wie zum Beispiel Durchsuchungen."

Auch der NSU-Untersuchungsausschusses im Bundestag beschäftigt sich nach den Worten seines Vorsitzenden Sebastian Edathy (SPD) mit Vorwürfen gegen Polizeibeamte in Thüringen. "Es gibt entsprechende Hinweise in den Akten, die uns zugeliefert worden sind vom Bundesamt für Verfassungsschutz", sagte Edathy dem Rundfunksender NDR Info. Es gebe Indizien dafür, dass insbesondere in Thüringen der Rechtsstaat geschädigt wurde durch das Verhalten der Sicherheitsbehörden selber.

Edathy zeigte sich "irritiert" über die sich aus den Hinweisen ergebende Vermutung, dass ein Thüringer Polizeibeamter "nicht aus dienstlichen Gründen, sondern aus privater Neigung" in der rechtsextremen Szene unterwegs gewesen sein könnte. Es sei ihm rätselhaft, dass die Behörden in Thüringen diesen Hinweisen erst zwölf Jahre später, nachdem das Terrortrio aufgeflogen sei, nachgegangen sei.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Mehrere Polizisten hatten Kontakt zur NSU
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    Da sollte man sich mal über die
    Vereinbarkeit von Nebentätigkeiten und Mandaten unserer Politiker kundig machen..Das paßt meistens ähnlich zusammen,wie Polizei und NSU..

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