Testphase sollte schon in diesem Jahr beginnen
Zeitplan für Gesundheitskarte ist in Gefahr

Nach Ansicht der deutschen Wirtschaft ist der Zeitplan für die elektronische Gesundheitskarte gefährdet. „Die pünktliche Einführung der Karte im Jahr 2006 droht zu scheitern, wenn auf das Know-how der Industrie verzichtet wird“, sagte Vizepräsident des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom), Jörg Menno Harms, am Donnerstag in Berlin.

HB BERLIN. Der Forschungs- und Entwicklungsprozess unter Federführung der Fraunhofer Gesellschaft zur Erstellung der technischen Standards und zur Vernetzung mit bestehenden Systemen habe bisher zu keinen konkreten Ergebnissen geführt. Diese so genannte Lösungsarchitektur sei aber Voraussetzung dafür, dass in diesem Jahr die Testphasen beginnen könnten.

Harms kritisierte, aus einer Expertenliste des Verbandes mit 60 Unternehmen seien nur zehn angesprochen worden. „Ohne eine umfassende Einbindung der Industrie wird die Entwicklung der Lösungsarchitektur mit hoher Wahrscheinlichkeit scheitern“, sagte Harms. Das Konzept soll bis zum 28. Februar vorliegen.

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums betonte, der Zeitplan werde eingehalten. Mit der flächendeckenden Einführung der Karte werde am 1. Januar 2006 begonnen. Die Gesundheitskarte soll über die bereits heute gängigen Chipkarten-Angaben zunächst die Ausstellung eines elektronischen Rezepts ermöglichen. Für Patienten freiwillig ist die Speicherung von Notfalldaten und die Dokumentation eingenommener Arzneimittel. In den folgenden Jahren soll die Karte zu einer elektronischen Patientenakte weiterentwickelt werden.

Bitkom rechnet damit, dass sich die Kosten für die Einführung in Höhe von 1,4 Mrd. € bereits nach kürzester Zeit amortisieren werden. Allein die Bearbeitung eines Rezepts werde künftig statt 34 Cent nur noch sieben Cent kosten, was bei 750 Mill. Rezepten eine Einsparung von 200 Mill. € pro Jahr bringe. 400 Mill. € könnten eingespart werden, weil weniger Menschen wegen unbeabsichtiger Arznei-Wechselwirkungen in Kliniken behandelt werden müssten. Durch ein Lichtbild auf der Oberfläche werde zudem der Kartenmissbrauch eingedämmt.

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