Teure Energie
Ölpreis wird zum Wahlkampfthema

Gerhard Schröder hat den ansteigenden Ölpreis als Wahlkampfthema entdeckt. Angesichts der hohen Energiekosten will der Kanzler "weg vom Öl". Doch an konkreten Plänen mangelt es noch.

HB BERLIN. Kanzler Schröder versucht die Öl-Rallye in seine Wahlkampfstrategie zu integrieren. "Wir brauchen eine politische Strategie des weg vom Öl", sagte der Kanzler. Angesichts des derzeitigen Rohölpreises müsse die Bundesrepublik unabhängiger vom Öl werden. Die aktuelle Entwicklung in Iran lasse keine sicheren Prognosen zu, wie sich der Preis weiter entwickeln werde.

Mögliche Engpässe in den USA und Terrorfurcht im Förderland Saudi-Arabien haben den Ölpreis am Montag über die Rekordmarke von 63 Dollar getrieben. Der Preis für US-Öl der Sorte WTI stieg in der Spitze bis auf den neuen Rekordstand von 63,98 Dollar pro Barrel (159 Liter). Um 17.25 Uhr kostete ein Barrel 63,80 Dollar und damit 1,49 Dollar mehr als zum Handelsschluss in New York am Freitag.

Händler nannten als einen der Gründe für die Rekordpreise die Nachricht von einer Sicherheitswarnung in Saudi-Arabien und der anschließenden Schließung der US-Botschaft in der Hauptstadt Riad sowie zweier Konsulate. Die Vertretungen sollen erst am Mittwoch wieder geöffnet werden. Konkrete Angaben über die Art der Gefahr machten die USA nicht. Der Wüstenstaat ist der weltweit größte Ölexporteur mit einer täglichen Förderquote von derzeit rund 9,5 Millionen Barrel.

Darüber hinaus treibt die Händler die Sorge um die Kapazitäten der Raffinerien im größten Ölverbraucherland USA um. Aktueller Anlass war die Raffinerie von ExxonMobile in Joliet im Bundesstaat Illinois mit einer Kapazität von 245.000 Barrel pro Tag. Wegen technischer Probleme ist die Anlage bereits seit einer Woche außer Betrieb. Ihr Wiederanfahren verzögert sich weiter.

Mit dem Iran rückt allmählich ein weiterer Krisenunsicherheitsfaktor in das Blickfeld. Iran hatte am Montag nach Angaben der Nachrichtenagentur IRNA Teile der umstrittenen Atomanlage in Isfahan wieder in Betrieb genommen. Diesen Schritt hatte die Regierung bereits am Sonntag angekündigt. Der Iran stellt nach Einschätzung von Experten etwa 4,7 Prozent der Weltproduktion.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) ist ebenfalls leicht gestiegen. Nach Angaben des OPEC - Sekretariats kostete ein Barrel (159 Liter) aus den Fördergebieten der Organisation am vergangenen Freitag im Durchschnitt 55,29 Dollar und damit 22 Cent mehr als am Vortag. Der Durchschnittspreis für die erste Augustwoche lag nach Berechnungen der Wiener OPEC-Rohöl-Zentrale bei 54,99 Dollar. Das waren 2,48 Dollar mehr als in der letzten Juliwoche.

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