„Thema sollte Chefsache werden“: SPD setzt Merkel wegen Fachkräftemangel unter Druck

„Thema sollte Chefsache werden“
SPD setzt Merkel wegen Fachkräftemangel unter Druck

Dass Fachkräfte rar in Deutschland sind, ist bekannt. Die Bundesregierung wollte sich dem Problem mit einem speziellen Konzept stellen. Heute soll eine Zwischenbilanz gezogen werden. Die SPD spricht schon von Scheitern.
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BerlinDer Vize-Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Hubertus Heil, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgefordert, die Federführung im Kampf gegen den Fachkräftemangel in Deutschland zu übernehmen. „Die Sicherung des Fachkräftebedarfs sollte Chefsache werden“, sagte Heil Handelsblatt Online. „Deshalb fordern wir einen Deutschen Rat für Fachkräftesicherung, der beim Bundeskanzleramt angesiedelt ist.“ Das Thema Fachkräfte steht heute auf der Tagesordnung des Bundeskabinetts. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will eine Zwischenbilanz ihres Fachkräftekonzepts vorlegen.

Heil warf der Ministerin Versagen vor.  „Die Politik der schwarz-gelben Bundesregierung hat das Problem weiter verschärft“, sagte er. Durch die „massiven Kürzungen“ in der aktiven Arbeitsmarktpolitik sei vielen Menschen die Chance auf Qualifizierung genommen und der Weg aus der Arbeitslosigkeit versperrt worden. Heil sprach von einer Spaltung auf dem Arbeitsmarkt. „Bereits heute gibt es in bestimmten Regionen und Berufen einen Mangel an Fachkräften. Gleichzeitig hat sich der Sockel von Menschen, die dauerhaft in Langzeitarbeitslosigkeit abgehängt sind, verfestigt.“

Das Konzept der Bundesregierung sieht unter anderem vor, die sogenannte Vorrangprüfung für Maschinen-, Fahrzeugbau-, Elektroingenieure sowie Ärzte auszusetzen, um ausländische Kräfte für den Arbeitsmarkt zu gewinnen. Allerdings äußerte selbst von der Leyen Zweifel an dem Vorhaben. Noch bevor sich das Kabinett vor etwa zwei Jahren damit befasste, dämpfte die CDU-Politikerin schon die Erwartungen. Voraussichtlich würden nicht viele ausländische Fachkräfte kommen, "denn Deutschland hat lange signalisiert, dass wir niemanden brauchen", sagte von der Leyen und fügte hinzu: "Uns ist wichtig deutlich zu machen, sie sind willkommen." Der Fachkräftemangel sei auf mittlere Sicht "die stärkste Bedrohung für Wohlstand und Wirtschaft in Deutschland".

Heil forderte von der Leyen zum Handeln auf. „Ich erwarte konkrete Taten und weniger warme Worte von Frau von der Leyen“, sagte er. „Es könnte noch viel mehr getan werden, um die vorhandenen Potenziale besser auszuschöpfen: durch Qualifizierung von Jugendlichen, eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen und bessere Beschäftigungschancen für Ältere.“

Kommentare zu " „Thema sollte Chefsache werden“: SPD setzt Merkel wegen Fachkräftemangel unter Druck"

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  • @nikta
    "wo Ingenieure und Promovierte Akademiker mit, wie sie es so niedlich nennen, mit Migrationshintergrund Hartz IV beziehen, ohne jede Chance zum erlernten Job zu kommen. Nicht wegen Sprache, nicht wegen Anerkennung der Diplomas. Nur wegen Herkunft werden sie sogar zum Vorstellungsgespräch nicht eingeladen."
    Auf dem Amt sitzen auch Deutsche mit der Qualifikation. Aber mit Ihrer Schlussfolgerung nicht noch weitere Ausländer ins Land zu holen liegen Sie schon richtig.

  • Völlig richtig.
    Deutschland soll mit aller Macht zersötrt wrden.
    Und heir sindvorrangig die antidetuschen Grünen zuständig.
    Leider machen Ultralinke der SPD damit.
    Es fragt sich nur, wie lange sie dieses böse Spiel noch treiben können, denn das Grummeln im Volk wird immer heftiger

  • RalphFicher
    richtig
    Aber Politiker ist in unsrem Lan der einzige Beruf für den man keinerlei Qualifikation braucht

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