Thilo Sarrazin "Boah, ey, der Sarrazin!"

Das vergangene Jahr war turbulent für Thilo Sarrazin. Nachdem genug Zeit zum Nachdenken verstrichen ist, sollten einige Kapitel noch einmal aufgeklappt werden. Bernd Ulrich und Özlem Topcu sprachen mit Thilo Sarrazin.
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Thilo Sarrazin in Berlin. Quelle: dpa

Thilo Sarrazin in Berlin.

(Foto: dpa)

Äußerlich ist es wie bei unserem Interview vor genau einem Jahr: Thilo Sarrazin kommt allein ins Hauptstadtbüro der ZEIT. Dieses Mal hat er keinen Rucksack dabei, sondern einen braunen Aktenkoffer, darin sein Buch und einen roten Leitz-Ordner mit Aufsätzen über Intelligenz, mit Presseartikeln. Material, um, wie er sagt, für alle Fragen gewappnet zu sein. Doch den Ordner wird Sarrazin nur einmal aufklappen. Wir wollten nicht wieder über seine Thesen streiten, sondern etwas anderes von ihm wissen: Wie hat er das vergangene Jahr erlebt? Und, nebenbei: Was hat er mit seinem Geld gemacht? Was wohl im Jahr der Energiewende? Er hat sein Haus zum Ökohaus umgebaut.

DIE ZEIT: Hat die Sarrazin-Debatte Thilo Sarrazin verändert?

Thilo Sarrazin: Ja, natürlich. Jeder freut sich, wenn er Erfolg hat. Allerdings hätte ich nie gedacht – auch noch nicht, als ich vergangenes Jahr zum Interview bei Ihnen war –, dass Fragen, die mich beschäftigen, noch so viele andere Leute beschäftigen. Ob ich die richtigen Antworten gegeben habe, ist eine ganz andere Sache.

Aber wie hat Sie diese Debatte verändert?

Ich bin ein Stück illusionsloser geworden, was die Frage angeht, ob der Mensch gut ist oder nicht. Ich bin auch härter geworden.

Gegenüber dem Thema Integration?

Gegenüber mir selbst, in Bezug auf die Welt und wie sie funktioniert. Vorher hatte ich noch ein paar weiche Ecken. Die sind jetzt etwas abgenutzt.

Haben Sie heute mehr Freunde oder weniger Freunde als vor Erscheinen des Buches?

Ich habe noch alle meine alten Freunde, und ein paar neue habe ich auch gewonnen. Als wenige Tage nach Beginn des Vorabdrucks Bundesbankpräsident Axel Weber meine Entlassung aus dem Vorstand der Bundesbank betrieb und der SPD-Parteivorstand meinen Ausschluss beschloss, als sich der Bundespräsident und die Bundeskanzlerin negativ äußerten, das hat mich schon mitgenommen. Ich hatte ja nie vorgehabt, meinen bürgerlichen Ruf und meine Tätigkeit bei der Bundesbank zu gefährden. Ich habe alte Freunde angerufen und gefragt: Hast du schon mein Buch gekauft? Lies doch mal und gib mir eine ehrliche Rückmeldung. Alle Rückmeldungen hatten den Tenor: Das eine oder andere sehen wir anders, aber wir finden jedenfalls nichts Anstößiges oder Schlimmes daran.

Noch nie ist in der Bundesrepublik so viel über Deutsche und Muslime und so viel zwischen Deutschen und Muslimen gesprochen worden wie in diesem Sarrazin-Jahr. Haben Sie sich um die Integration verdient gemacht?

Dafür gibt es interessante Indizien. Mein Parteigenosse und Fast-Freund Heinz Buschkowsky...

...der Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln...

...war in weiten Teilen der Berliner SPD ein Geächteter und Verlachter. In SPD-Führungsrunden machte man ihn und seine Sorgen gern lächerlich. Als man mich aus der Partei ausschließen wollte, brauchte man aber einen anerkannten Integrationskritiker. Das war das Revival von Heinz Buschkowsky. Er hat mir dafür gedankt.

Haben Sie denn im letzten Jahr die Muslime besser kennengelernt?

Darüber haben wir uns doch schon im letzten Interview ausgetauscht.

"An Bahnhöfen sind mir junge Männer, offenbar türkischer Herkunft, aggressiv begegnet"
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16 Kommentare zu "Thilo Sarrazin: "Boah, ey, der Sarrazin!""

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  • Immer wenn die Bankentürme beginnen zu brennen, taucht das Bankenblatt Handelsblatt sofort mit einer Sarrazin geschichte auf. Warum wohl ?
    Warum fragt keiner dieser Presstituierten den Bangster unseres Herzens über den Eurobetrug ? Sind diese fragen von der Bankenmafia nicht erwünscht.
    Euro wird um jeden Preis überleben, auch wenn der Michel seinen Breilöffel abgeben muss.

  • Mich wundert, dass es keine sachliche Auseinandersetzung mit den Argumenten Sarrazins gibt.

  • Sie tun so als sei Sarrazin ein Türkenfresser par excellence, was er nicht ist und Sie wüßten wenn Sie sein Buch gelesen hätten. Und... wer hat Sarrazin zum Bundesbanker gemacht? Er wurde es auf Vorschlag der SPD. In seiner gesamten Karriere vor seinem Posten bei der Bundesbank, war er Beamter, Senator und Staatsdiener in höheren Positionen und zwar auf Grund seiner Intelligenz, seiner Analysefähigkeit und Dank der Förderung durch hochrangige SPD-Politiker.

  • Sarrazin ist das beste, was in Deutschland passieren konnte. Alles stimmt 100%, was Er in seinem Buch schreibt. Die Umsetzung des Buches werden die Politiker übernehmen. Ziemlich verlogen alles.

  • Milliarden scheffeln im himmlischen Auftrag? Diese Auffassung vertritt Goldman-Sachs-Chef Blankfein - in einem Interview sagte er, die Geldhäuser verrichteten "Gottes Werk". Jetzt melden sich verwunderte Kirchenleute und Aktienexperten zu Wort.
    Ein Fall von Organisierter Kriminalitaet einer Glaubensgemeinschaft, deren Machenschaften (nicht nur, aber besonders!) die USA bis ins Mark korrumpiert und alles in ihrer Hand haben:
    1. die Staatskasse ist seit 1913 in ihrer Hand (Fed, Wall Street, Ratinagenturen);
    2. die Politik ebenfalls, durch gekaufte Politiker bis in das Weisse Haus; 3. die veroeffentlichte Meinung ebenfalls, durch Desinformation ueber Massenmedien im Besitz dieser Bande.
    4. das Militaer, FBI und Nachrichtendienste ebenfalls.
    Fazit: Die USA sind seit 100 Jahren im Wuergegriff dieser Glaubensgemeinschaft, die das amerikanische Volk finanziell und demografisch ruiniert und es ist eher unwahrscheinlich, dass es sich aus diesem Wuergegriff wird befreien koennen.

  • Das hochaktuelle Problem der Deutschen ist nicht die Demographische Lage Deutschlands in hunderten Jahren, sondern ob es die Renten, und Ersparnissse noch nächstes Jahr noch geben wird.
    Die Presstitutes sind beauftragt die Öffentlichkeit abzulenken, und einen ehemaligen Bundesbanker über dieEuro Misere und die Überschuldung zu fragen, die die Deutschen für Generationen knechten wird. Tun wir doch so als Sarrazin ein Nobelpreisträger in Soziologie wäre, und stürzen uns auf den nächsten Türken der um die Ecke kommt...

  • Nanu, euer Prophet ist ja Bangster Sarrazin oder ? Zollt respekt.
    Der dumme Michel glaubt immernoch die Märchen eines Bangsters. Diese Bankiersfamilien haben euch geschoren, euere Ersparnisse mit Kauf von Papieren die nichts Wert sind an ihre Kollaboratoren überwiesen. Die Saugen euer Lebenssaft aus, und dann versuchen sie noch Bevölkerungsgruppen aufeinander zu hetzen.
    Der Sozialstaat in Deutschland hat sicher nicht den Staat in den Bankrott getrieben. Zuerst sagen die Bangster die Sozialhilfen an Immigranten sind scheuslich dann wird der Breilöffel des dummen Michels auch aus der Hand genommen. Schuld an eurer Misere ist der Euro, die Hochfinanz und ihre politischen Armlanger.

  • Kommt in dem Buch die Bankenmafia der Eurobetrug nicht vor, Wieso ?
    Die hier kommentieren wie auch Herr Sarrazin sind nicht Sozialwissenschaftler. Man sieht auch dass kein Professor oder Dozent in den Bereichen
    Sarrazin eine Unterstützung zollt. Es ist hier nur pöbel das "Pseudowissenschaft" betreibt.
    Sarrazins Buch "Deutschland schafft sich ab" ist ein Versuch den Zorn der Bevölkerung das enteignet wird, umzuleiten. Am Ende darf seine Hochfinanzzunft nicht da stehen, die das Land in die Misere gesteuert hat die Zeche zu zahlen.
    Das Timing des Buches spricht Bänder.
    Die hunderten Milliarden der Deutschen haben nicht die einpaar hundert tausend H4 empfänger mit Immigrationhintergrund verschlungen, glaubt mir.
    Die Immigranten sind nur die Spitze vom Eisberg. Glaubt ihr wirklich dass wenn ihr jeden Moslem vertrieben und erschlagen habt, dass das wegschaffen eurer Vermögen gestoppt ist ?? Schuld an eurer Misere ist der Euro, die Hochfinanz und ihre politischen Armlanger.
    Der Titel des Buches macht eins auf selbstschuld aber in Wirklichkeit sollte es „Die Bankenmafia schafft Deutschland ab“ heissen,.

  • Deutschland braucht den Multikulti wie ein Loch im Kopf! Multikulti funktioniert nur solange, bis das soziale Netz reisst. ...und DAS wird ein Teil der Euro-Pleite sein.
    Unsere Medien und Politiker spueren schon den Wind aus der anderen Richtung. Aber dieses mal werden die Jungs nicht so ungeschoren davon kommen wie vor 20 Jahren.

  • Ich muss mich immer wieder wundern, wie weit unsere Medien abgesunken sind: Das Politbuero laesst gruessen! Wie immer, die Fahrtrichtung der deutschen Medien ist politisch korrekt vorprogrammiert.
    Herr Sarrazin ist mit seiner Wahrheit fuer unsere Migranten der salzige Finger in der Wunde. Darum wurde er in seiner Kreuzberg Tour auch nicht von der "Tuerkei" geduldet.

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