Thilo Sarrazin
„Alles, was ich geschrieben habe, ist schlimmer geworden“

Kein Land kann die Probleme eines anderen Landes lösen

Wenn die Integrationserfahrung in Deutschland so verheerend ist, wie Sie sagen, wie erklären Sie sich dann die überwältigende Hilfsbereitschaft der Bevölkerung?
Zunächst einmal ist es ja gut, dass Menschen anderen Menschen helfen. Aber die Frage nach der Hilfsbereitschaft ist von der Frage zu trennen, was für unseren Staat, für unsere Gesellschaft langfristig richtig ist.

Was wäre langfristig richtig?
Kein Land der Welt kann die Probleme eines anderen Landes lösen. Das muss aus dem Land selbst kommen.

Und wenn das nicht gelingt, überlassen wir die Menschen ihrem Elend?
Wir müssen unsere eigene Bevölkerung und unser Gesellschaftsmodell vor äußerer Bedrohung schützen. Dazu gehört auch ungeregelte, kulturfremde Einwanderung im Übermaß. Und zum anderen haben die Länder, in denen es schlecht läuft, die Aufgabe, sich selbst richtig zu entwickeln. Singapur war im Jahr 1960 ärmer als Ghana, beide waren damals britische Kolonien, und sehen Sie, wo Singapur heute steht und wo Ghana. Das hat Singapur keiner äußeren Macht zu verdanken, sondern nur sich selbst.

Darüber und über das Thema Fluchtursachen ließe sich lange streiten. Aber wie sollen wir mit den Menschen umgehen, die schon hier sind? Wir rechnen mit 800.000 Zuwanderern, möglicherweise mit einer Million allein in diesem Jahr.
Ich habe nicht davon gesprochen, Fluchtursachen zu beseitigen, das können wir gar nicht. Ich habe davon gesprochen, wie wir uns vor den Folgen der Zustände in anderen Ländern schützen. Das muss am Anfang stehen.

Aber die Leute sind doch längst hier! Um die müssen wir uns kümmern, jetzt.
Bitte erlauben Sie mir, dass ich das für mich anders ordne. Es ist ein Skandal politischer Unfähigkeit und Fantasterei, dass die Politik dreißig Jahre nach dem ersten Schengen-Abkommen nicht verstanden hat, dass man interne Grenzkontrollen nur abbauen kann, wenn man die äußeren Grenzen wirksam kontrollieren kann. Und das ist technisch absolut möglich.

Wie denn das? Wollen Sie überall Zäune und Marineeinsätze gegen Flüchtlingsboote?
Mauern und Zäune sind doch gar nicht schlecht, wenn man Grenzen kontrollieren will. Das chinesische Reich hat seine Kultur entwickelt hinter einer 10.000 Kilometer langen und 1800 Jahre währenden Mauer. Das Römische Reich hat sich gegen die Germanen und andere Einwanderer aus den wilderen Gegenden über 400 Jahre mit Erfolg geschützt durch den Limes. Überall in der Welt haben sich Zivilisationen und Kulturen, die materiell fortgeschritten waren, gegenüber ungeregelter Einwanderung geschützt.

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