Thomas de Maizière „Deutschland braucht keine Belehrungen“

Abschied mit klaren Worten: De Maizière räumt ein, dass er das Verteidigungsministerium nicht als bestelltes Haus hinterlässt. In der „Euro Hawk“-Affäre habe er an Rücktritt gedacht, Kritik aus dem Ausland ärgert ihn.
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Thomas de Maizière war knapp drei Jahre lang Verteidigungsminister. Quelle: dpa

Thomas de Maizière war knapp drei Jahre lang Verteidigungsminister.

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BerlinEx-Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hat sich mit deutlichen Worten an die Bundeswehr und an die europäischen Verbündeten von seinem bisherigen Amt verabschiedet. Am Rande des Großen Zapfenstreichs zu seinen Ehren räumte er ein, dass in der Bundeswehr „vieles nicht in Ordnung“ sei. Gleichzeitig verbat er sich Kritik am militärischen Engagement Deutschlands vonseiten Frankreichs und Großbritanniens.

Deutschland brauche „keine Belehrungen über Art und Ausmaß unserer internationalen Einsätze, auch nicht aus Frankreich und Großbritannien“, sagte der 59-Jährige. Der CDU-Politiker spielte mit seiner Kritik offenbar auf unerfüllte Hoffnungen aus Frankreich an, Berlin werde sich an französischen Missionen in Mali oder der Zentralafrikanischen Republik stärker beteiligen. Frankreich habe „legitime nationale Interessen“ und daher eine „starke Einsatzverpflichtung“, sagte de Maizière.

Deutschland stehe zu seinen internationalen Verpflichtungen. So habe die Bundesregierung frühzeitig ihre Bereitschaft zu einem nachhaltigen Engagement in Afghanistan unterstrichen, und zwar mehr „als alle unsere europäischen Partner“ einschließlich Großbritannien.

De Maizière mit Großem Zapfenstreich geehrt
Großer Zapfenstreich für De Maiziere
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Drei Wochen nach seinem Wechsel an die Spitze des Bundesinnenministeriums ist der frühere Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) am Mittwoch mit einem Großen Zapfenstreich geehrt worden. Neben ihm standen seine Nachfolgerin Ursula von der Leyen und der Generalinspekteur der Bundeswehr, Volker Wieker.

Großer Zapfenstreich für De Maiziere
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De Maizière verabschiedete sich mit deutlichen Worten an die eigene Truppe und die Verbündeten von der Bundeswehr. „In der Bundeswehr ist natürlich vieles nicht in Ordnung, nicht nur im Rüstungsbereich“, sagte er am Mittwoch bei einem Empfang anlässlich des Großen Zapfenstreichs zu seinen Ehren im Verteidigungsministerium. „Das ist normal für Institutionen dieser Größenordnung.“

Members of German armed forces Bundeswehr attend a Grand Tattoo for former German Defence Minister de Maiziere at the Defence Ministry in Berlin
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Kritik der größten europäischen Bündnispartner Frankreich und Großbritannien an der Bereitschaft Deutschlands zu Militäreinsätzen verbat er sich. „Deutschland braucht von niemandem in Europa Belehrungen über Art und Ausmaß unserer internationalen Einsätze - auch nicht aus Frankreich und Großbritannien“, sagte er. Deutschland sei international stärker engagiert als beispielsweise Frankreich. „Deutschland steht zu seinen Verpflichtungen, auch wenn es innenpolitisch schwierig ist.“

Großer Zapfenstreich für De Maiziere
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De Maizière war knapp drei Jahre lang Verteidigungsminister. Das Stabsmusikkorps spielte bei der Verabschiedung auf seinen Wunsch den 80er-Jahre-Hit „Live is Life“, die Erkennungsmelodie der Bundeswehr „Wir.Dienen.Deutschland“ und das Kirchenlied „Großer Gott wir loben dich“.

Großer Zapfenstreich für De Maiziere
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„Live is Life“ zählt zu den bekanntesten Gassenhauern der 80er Jahre und schaffte es damals gleich in mehreren europäischen Ländern an die Spitze der Charts. Dass das Stabsmusikkorps Pop- oder Rocksongs für den Zapfenstreich einstudieren muss, ist nicht ungewöhnlich.

Großer Zapfenstreich für De Maiziere
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Die Ursprünge des Zapfenstreichs gehen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Eigentlich markiert der Zapfenstreich den Beginn der Nachtruhe. Wenn Landsknechte am Abend in das Lager zurückkehren sollten, ging ein Offizier mit einem Pfeifer und einem Trommler durch die Gaststuben und schlug mit seinem Stock auf die Zapfen der Fässer. Danach durfte der Wirt keine Getränke mehr ausschenken.

Großer Zapfenstreich für De Maiziere
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De Maizières Vorgänger Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) ließ sich im März 2011 mit „Smoke on the Water“ von Deep Purple verabschieden. Etwas softer sagte dessen Vorgänger Franz Josef Jung (CDU) mit Andrea Bocellis Pop-Hymne „Time to Say Goodbye“ auf Wiedersehen.

De Maizière war bei der Aufstellung des neuen Kabinetts vor drei Wochen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vom Verteidigungs- in das Innenministerium versetzt worden. Seine Nachfolgerin im Bendlerblock ist nun Ursula von der Leyen (CDU). Sie würdigte de Maizières Reformwerk. „Es wird keine Reform der Reform geben. Das ist eine gute Nachricht für die Bundeswehr. Das ist Dein Erfolg“, sagte sie.

De Maizière machte deutlich, dass er die Unzufriedenheit in der Truppe mit der Reform nicht beunruhigend findet. „Es wäre ein Wunder, wenn es anders wäre“, sagte er. „Ziel der Neuausrichtung war es nicht und konnte es nicht sein, die Zufriedenheit der Soldaten und Mitarbeiter zu erhöhen.“ Ziel sei es, den Auftrag der Bundeswehr zu erfüllen.

Der Innenminister räumte aber Probleme in der Truppe ein. „In der Bundeswehr ist natürlich vieles nicht in Ordnung, nicht nur im Rüstungsbereich“, sagte er. Er fügte aber hinzu: „Das ist normal für Institutionen dieser Größenordnung.“ De Maizières Vorgänger Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte bei seinem Rücktritt im März 2011 gesagt, er hinterlasse ein bestelltes Haus.

De Maizière war knapp drei Jahre lang Verteidigungsminister. Im vergangenen Sommer stürzte er beinahe über die Affäre um die Skandal-Drohne „Euro Hawk“. Bisher hatte er sich nie zu eventuellen Rücktrittsgedanken geäußert. In seiner Abschiedsrede sagte er: „Die Soldaten – da lüfte ich ein Geheimnis – haben mich übrigens auch von einem Rücktritt abgehalten.“

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10 Kommentare zu "Thomas de Maizière: „Deutschland braucht keine Belehrungen“"

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  • @ Freidenker „An der Großkotzigkeit der Deutschen ist schon mal die Welt fast untergegangen!“

    Die Kriegs- und Nachkriegspropaganda der sog. Siegermächte ist bei Ihnen auf fruchtbaren Boden gefallen. Sie vernachlässigen die Rolle derer, die ein Interesse daran hatten, D in einen Krieg zu zwingen. Hier ist besonders die Regierung ihrer Majestät und deren Außenminister Lord Halifax zu betrachten, ebenso die Hintergründe der sog. Appeasementpolitik des brit. Premiers Chamberlain. Die Rolle und die Haltung der polnischen Regierung gegenüber D muß ebenfalls betrachtet werden, ebenso die der UdSSR unter Stalin in Bezug zu dessen Expansionsplänen in Richtung Europa.
    Gleiches trifft für der WK I zu. Zu einem Streit gehören mindestens zwei.

  • Die Soldaten haben ihn.. de Maiziere.. von Rücktritt abgehalten? Vermutlich mit Waffengewalt, da er wie er selber sagt kein bestelltes Haus nach 3 Jahren hinterlassen würde.

  • Das Buch was er damals geschrieben hat 1925 ist voll von Hetzte und Verachtung gegen die Nachbarn Deutschlands und gegen andere Religionen.

    Aber. Es ist auch Zeugnis davon, dass damals die Parteien in Deutschland bereitwillig nach dem 1. WK gegen die Interessen der Deutschen regierten. Die Deutschen fühlten sich überhaupt nicht mehr vertreten in den Parteien. Da gibt es Parallel zu heute mit dem Macht-Aufbau der "EU in Brüssel". Darum ist das Buch wahrscheinlich auch verboten, damit die Deutschen diese Parallelen nicht erkennen sollen.

  • Hitler hat die Frustration durch die Repressionen als Ergebnis des verlorenen 1. WK ausgenutzt und die Deutschen gegen seine Nachbarn aufgebracht mit unendlichem Herrschafts-Wahn. Deutschland war nach dem 1. WK genauso ausplündert und bevormundet worden durch die Siegermächte damals wie jetzt. Das muss aber auch immer irgendwann enden !

    Aber auch diese berechtigte Zeit und Bevormundung muss doch mal enden oder ?? Die Deutschen sind nicht "dumm", sie werden nur verdummt und mit Schuld beladen durch die ewigen Medien hier (Schuld-Kult). Mit den darauf hervorgehenden Konsequenzen der Fremdbestimmung. Aus der Rolle kommen wir nicht mehr heraus, auch in 100 Jahren nicht. Leider.

  • @SayTheTruth

    Sie wollen wohl auch die Geschichte umschreiben was...tzzt

    HITLER HÄTTE GAR NICHT AN DIE MACHT GEKONNT; WENN DER DUMME DEUTSCHE WÄHLER IHN NICHT GEWÄHLT HÄTTE!!

    Somit hat das DEUTSCHE VOLK dafür gesorgt, dass die Nazis regieren konnten!! Oder waren da gar keine Wahlen?!

    Ihre Version ist lachhaft! Die Deutschen sind das dümmste Volk. Mitmachen bis zum eigenen Untergang und dann wieder aufbauen mit total Verzicht und Schufterei. Man kann dazu auch Arbeitstiere sagen :)

  • Den Deutschen wird nur alle simmer in die Schuhe geschoben. Siehe 1. Weltkrieg. Und Hitler ist in Österreich geboren worden und war kein Deutscher übrigens. Mozart wiederrum war Deutscher und nicht in Österreich geboren. Das wird leider immer verdreht.

  • Das "Drohen-Spektakel" ist eine Seifenoper um die Deutsche wieder mal zum Narren zu halten.

    Wir durften mitfinanzieren als Deutsche, aber wir dürfen sie selber nicht fliegen lassen. Das haben die Ex-Allierten offensichtlich nicht erlaubt.

    Verpackt wird das Ganze als De Maizires "Drohnenspektakel" als wenn er sich verspekuliert hat. Hatter nicht, weil das nur ein Medien-Ablenkmanöver ist, wobei er als Dummie-Akteur mal mitspielt und die Medien auch, um die Deutschen hinters Licht zu führen.

    Lügen-Theater.

  • Dieser Mann ist einzig und allein ARROGANT!

    Man muß sich als Deutsche für die Politiker nur noch schämen. Wer keine Kritik verträgt sollte den Mund halten. Oder intelligent antworten. An der Großkotzigkeit der Deutschen ist schon mal die Welt fast untergegangen!

  • Mein lieber de Maiziere , es muss heissen Deutsche Politiker verbeten sich Einmischung bei ihren Einsätzen für die BW. Der Bürger ist bei Einsätzen der BW nur verantwortlich wenn später andere Nationen auf Deutschland zeigen. Das nun v.d.L teilweise aus der Küche die BW führt, wird der Bundeswehr sicher helfen. Aus den fehlgekauften Drohnen können Kochtöpfe werden. Drohnen zu Kochtöpfen.. ein schöner Beitrag zum Frieden.

  • Kritik ärgert mich auch immer *g*

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