Thomas Piketty
Starökonom verteidigt umstrittene Steuerpläne

Thomas Piketty bekräftigt seine Vorschläge zu einer internationalen Zusammenarbeit bei der Vermögenssteuer. Damit könne das Ungleichgewicht zwischen Arm und Reich bekämpft werden.
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BerlinDer französische Starökonom Thomas Piketty hat seinen Vorschlag für eine weltweit koordinierte Vermögensteuer verteidigt. „Die Vermögensteuer muss gar nicht global sein. Ich denke mehr an eine koordinierte Aktion zum Beispiel im Rahmen der 20 größten Schwellen- und Industrieländer (G20). Aber man kann mit Grundsteuern auch auf nationaler Ebene viel erreichen. Zum Beispiel könnte man die Grundsteuern bei hohen Einkommen progressiver machen“, sagte Piketty in einem Interview mit dem Handelsblatt (Mittwochausgabe).

Der Franzose hat mit seinem Buch „Capital in the Twenty-First Century“ weltweit Aufsehen erregt und setzt sich für einen Abbau der wachsenden Ungleichheit zwischen Arm und Reich ein. Lobende Worte findet Piektty für Deutschland: „Deutschland ist sicher ein Beispiel dafür, dass das europäische Sozialmodell auch sehr wettbewerbsfähig sein kann. Insoweit ist Deutschland ein Vorbild für andere.“

Deutlich härter geht Piketty mit seinem Heimatland ins Gericht: „Frankreich und andere Länder müssen sich anstrengen, um wieder wettbewerbsfähiger zu werden. Bei uns fordert man zwar gemeinsame Schulden, aber über das Defizit will Paris allein entscheiden.“

Torsten Riecke leitet das Ressort Meinung & Analyse. Er befasst sich vor allem mit Wirtschafts- und Finanzthemen.
Torsten Riecke
Handelsblatt / International Correspondent

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