Thüringen
Althaus kandidiert für Landtagswahl

Thüringens Regierungschef Dieter Althaus steht nach CDU-Angaben trotz seines schweren Skiunfalls als Spitzenkandidat für die Landtagswahl im August zur Verfügung. Noch ist Althaus krank und erholt sich in einer Reha-Klinik am Bodensee.

HB ERFURT.Dieter Althaus hat sich schriftlich erklärt: "Seine Unterschrift unter einer Erklärung, für die Landesliste zu kandidieren, liegt seit heute vor", sagte CDU-Landesgeschäftsführer Andreas Minischke der Deutschen Presse-Agentur. Der 50-jährige Althaus habe sich bereiterklärt, auch zu kandidieren, wenn er an der Kandidatenkür am 14. März nicht teilnehmen könne. Mit seiner Unterschrift sei "seine Spitzenkandidatur erhärtet", sagte Minschke. Althaus ist nach dem Unfall zu Jahresbeginn wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.



Nach einer Umfrage für den ARD-Deutschlandtrend sind 61 Prozent der Bundesbürger der Meinung, dass Althaus trotz Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung nach seinem Skiunfall erneut als Thüringer Ministerpräsident kandidieren kann. Bei dem Unfall war eine Frau gestorben, Althaus erlitt schwere Kopfverletzungen. Die Thüringer CDU geht davon aus, dass er ihr Spitzenmann bleibt. "Althaus wird auf Platz eins kandidieren, davon bin ich fest überzeugt", sagte CDU - Landesgeschäftsführer Minischke. "Er wird aber bei der Landesvertreterversammlung am 14. März nicht anwesend sein. Er ist noch krank."

Althaus, der am Dienstag wegen fahrlässiger Tötung in Österreich zu einer Geldstrafe von rund 33 000 Euro verurteilt wurde, laboriert noch immer an den Unfallfolgen. Seit dieser Woche stehe Althaus mit Diezel, anderen Kabinettsmitgliedern und der Staatskanzlei wieder telefonisch in Verbindung, sagte Regierungssprecher Dahmen. "Die Kontakte werden enger." Die Ärzte hatten Geduld und Ruhe für Althaus gefordert, um seine Genesung nicht zu beeinträchtigen.

Althaus' Anwalt Erich Bähr kündigte an, dass unbürokratisch und zügig eine Einigung über einen Schadensausgleich mit der Familie der getöteten Frau erfolgen soll. Die 41-Jährige Beata Christandl war Mutter eines einjährigen Kindes. Der Ministerpräsident habe zugesagt, für das hinterbliebene Kind mehr zu tun, als es seine gesetzliche Pflicht sei, sagte der Anwalt MDR 1 Radio Thüringen. Eine konkrete Summe für den Schadensausgleich nannte er nicht.

Bei der Umfrage für den ARD-Deutschlandtrend sagten 33 Prozent, Althaus solle nach der Verurteilung seine Kandidatur zurückziehen. Das Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap hatte im Auftrag der ARD-Tagesthemen am Dienstag und Mittwoch dieser Woche 1057 Bundesbürger telefonisch befragt.

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