Thüringer CDU
Generalsekretär warnt vor Wahl mit AfD-Stimmen

Die Thüringer CDU will bei der Ministerpräsidenten-Wahl keinen eigenen Kandidaten aufstellen – zumindest vorerst. In einem möglichen dritten Wahlgang könnte sich das ändern. Generalsekretär Peter Tauber warnt davor.
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HamburgCDU-Generalsekretär Peter Tauber hat die Thüringer Union davor gewarnt, bei der Ministerpräsidenten-Wahl am Freitag in einem möglichen dritten Wahlgang einen eigenen Kandidaten mit den Stimmen der AfD zu wählen. „Ein Ministerpräsident der CDU darf nie von der AfD abhängig sein“, sagte Tauber am Mittwoch „Spiegel online“. Die CDU benannte zunächst keinen Kandidaten, der gegen den Linken-Politiker Bodo Ramelow antreten könnte.

Das Thüringer CDU-Präsidium hatte am Dienstagabend entschieden, im ersten Wahlgang keinen eigenen Kandidaten aufzustellen. Es blieb aber unklar, wie sich die Union in einem dritten Wahlgang verhalten würde. Die noch amtierende Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) hatte bereits zuvor erklärt, auf eine eigene Kandidatur zu verzichten. Als möglicher Kandidat war deshalb Fraktionschef Mike Mohring im Gespräch.

Tauber erinnerte Mohring und die Thüringer CDU vor diesem Hintergrund an die Beschlüsse der Bundes-CDU. „Der Bundesvorstand, in dem Mike Mohring sitzt, hat klar erklärt: keine Zusammenarbeit mit der AfD“, sagte der Generalsekretär. Das gelte auch für Thüringen. Ein CDU-Kandidat, der dieses Amt nur mit den Stimmen der AfD erreichen könne, sollte diese Wahl nicht annehmen.

In Thüringen wollen Linke, SPD und Grüne eine Regierung mit Ramelow als Ministerpräsident bilden. Der Ausgang der Abstimmung am Freitag wird mit Spannung erwartet, weil Rot-Rot-Grün im Landtag nur eine hauchdünne Mehrheit von einer Stimme hat. Sollte Ramelow zum Ministerpräsidenten gewählt werden, würde erstmals ein Linken-Politiker Regierungschef eines Bundeslandes.

Ramelow zeigte sich vor der Abstimmung zuversichtlich. „Ich habe überhaupt keine Sorge“, sagte der Linken-Politiker im RBB. Er gehe davon aus, im ersten Wahlgang die notwendigen 46 Stimmen zusammenzubringen. Die Thüringer Grünen-Fraktionschefin Anja Siegesmund sagte im MDR, sie sei „sehr sicher“, dass es im ersten Wahlgang ein Ergebnis für einen Politikwechsel gebe.

Die Mehrheit der Deutschen hat einer Umfrage zufolge kein Problem mit einem linken Ministerpräsidenten. Nach einer Forsa-Umfrage für das Magazin „Stern“ findet das eine Mehrheit von 54 Prozent grundsätzlich in Ordnung. 38 Prozent der Befragten meinen, dies sei nicht in Ordnung.

Mit einem linken Regierungschef eines Bundeslandes könnten neben den Sympathisanten der Linken (96 Prozent) vor allem die Anhänger der Grünen (68 Prozent) und der SPD (62 Prozent) sowie die Ostdeutschen (59 Prozent) gut leben. Nicht in Ordnung finden das mehrheitlich die Anhänger der CDU/CSU (51 Prozent) und der AfD (55 Prozent).

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Thüringer CDU: Generalsekretär warnt vor Wahl mit AfD-Stimmen"

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  • „Ein Ministerpräsident der CDU darf nie von der AfD abhängig sein“

    Ja dann lieber mit der SPD und/oder den Grünen paktieren, als mit einer Partei die eigentlich nur Positionen besetzt, die teils noch vor wenigen Jahren von der Union besetzt wurde!

    Diese CDU ist wirklich unwählbar geworden!

  • Liebes HB
    mal einen großen Dank, dass wir bei Ihnen noch so offen diskutieren dürfen. Das finde ich sehr schön, das war mal anders.
    Abe offenslichtlich haben auch Sie mittlerweile begriffen, wo unser Land hindriftet.
    Also nochmals vielen Dank

  • Die CDU führt sich mehr und mehr auf wie die frühere SED.
    Auch dort durfte ja nur eine Parti gewählt wrden.
    Mein Gott, wer hätte bei der Wende gedacht, dass wirin eine neue Diktatur schlittern?

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