Die hohen Preise für Benzin und Diesel haben auch Auswirkungen auf die Frachtkosten. Deren Anteil an den Warenpreisen werde im Durchschnitt von unter drei auf mehr als fünf Prozent ansteigen; sich mithin also fast verdoppeln, prognostiziert der Verkehrsminister. Auf die Just-in-time-Produktion und die „rollenden Lager auf den Autobahnen“ schlage sich die Entwicklung aber nicht nieder, glaubt Tiefensee. „Es wird jedoch darauf ankommen, den Verkehr besser zu verteilen, etwa durch eine Staffelung der LKW-Maut an viel befahrenen Strecken wie zum Beispiel dem Frankfurter Kreuz.“
Wer an solchen Hauptverkehrsachsen künftig zu Spitzenzeiten fahre, müsse auch eine erhöhte Maut bezahlen, kündigt Tiefensee an. Überlegungen, die Maut auf LKW unter zwölf Tonnen auszuweiten, weist Tiefensee zurück. Auch die von Bayerns Ministerpräsidenten Günther Beckstein (CSU) geforderte Maut für PKW lehnt der Bundesverkehrsminister ab: „Es gibt keine Maut auf PKW.“
Neben der Optimierung der Verkehrsströme (siehe Kasten „Masterplan Verkehr und Logistik“) werde der Bund aber auch weiterhin in den Ausbau der Verkehrswege investieren müssen. „An den Hauptverkehrsadern mit absoluter Spitzenbelastung werden wir künftig wohl die acht- und zehnspurige Autobahn haben“, sagt Tiefensee. Dies sei aber ohne die stärkere Einbeziehung von privatem Kapital kaum noch zu finanzieren. Erste Autobahnprojekte, die von privaten Investoren betrieben werden, laufen bereits an.


