2 Bewertungen *****
29.06.2008 
Anti-Stau-Paket

Tiefensee will Überholverbot für Lkw

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) will die Staus auf deutschen Autobahnen verringern. In ersten Vorschlägen spricht er sich unter anderem für eine Trennung der Fahrspuren für Lastwagen und Autos aus. Lkw soll nur noch das Fahren auf der rechten Spur erlaubt sein.

Lupe

HB BERLIN. Mit einem Überholverbot für Lkw und anderen Maßnahmen will Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee Staus auf deutschen Autobahnen verringern und unnötigen Benzinverbrauch drosseln. Lastwagen solle nur noch das Fahren auf der rechten Spur erlaubt sein, damit sie Pkw weniger behinderten, kündigte der SPD-Politiker in der "Bild am Sonntag" an.

Weiter sprach er sich dafür aus, die Lkw-Maut in ihrer Höhe nach der Uhrzeit zu staffeln. Noch im Juli soll das Paket zur Staubekämpfung vom Bundeskabinett beraten werden. Laut Tiefensee sind von 12 200 Kilometern Autobahn in Deutschland 2500 staugefährdet. Auf 1300 Kilometern regelten moderne, elektronische Anlagen den Verkehr.

"Mein Ziel ist, dass sich Lkw und Pkw auf den Autobahnen weniger in die Quere kommen. Dazu brauchen wir getrennte Spuren", sagte Tiefensee. Auf stark befahrenen Trassen sollten die Lastwagen ausschließlich die rechte Spur benutzen. "Alle anderen Spuren gehören den Autos." Zu Hauptverkehrszeiten sollten in Ballungsräumen zudem auch die Standstreifen als zusätzliche Spur freigegeben werden.

Die Lkw-Maut soll nach Tiefensees Plänen zu Zeiten mit hohem Verkehrsaufkommen höher ausfallen als zu anderen Zeiten. "Wer unbedingt zwischen sechs und neun Uhr am Frankfurter Kreuz unterwegs sein will, muss mehr bezahlen als der Lkw-Fahrer, der die Autobahn zwischen neun und 15 Uhr nutzt", kündigte er an. Straßenarbeiten auf Autobahnen sollen zügiger abgeschlossen werden. "Auf allen Baustellen muss endlich den ganzen Tag über gearbeitet werden", forderte der Minister. Gemeinsam mit den Ländern wolle er es schaffen, dass neue Aufträge für Baustellen nur noch an Firmen vergeben würden, die von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang arbeiteten.

Steuerentlastungen als Reaktion auf die hohen Spritpreise lehnt Tiefensee ab, da die Menschen dadurch nicht mehr Geld in der Tasche hätten. "Das würden dann nur die Scheichs, die Spekulanten und die Ölkonzerne abkassieren, indem sie gleich die nächste Preiserhöhung nachlegen."

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige
Anzeige

weiterBildergalerien

zurück
  • Finanzkrise: Misstrauen durchdringt all...

    Finanzkrise: Misstrauen durchdringt alle Bereiche

    Keine Frage, die Finanzkrise, die wir derzeit erleben, ist außergewöhnlich. Alle Vergleiche mit vorherigen Wirtschaftskrisen hinken. Und das Vertrauen ist zerstört, wie ein Blick auf wichtige Indikatoren des Finanzmarktes zeigt.Bildergalerie 

  • Hier versickern unsere Steuergelder

    Hier versickern unsere Steuergelder

    Ein Schwimmbad, das niemand nutzt. Gratis-Fitness für städtische Angestellte. Staatliche Tipps zum Umgang mit Wölfen ("Sie sind keine Kuscheltiere") – das neue "Schwarzbuch" des Bundes der Steuerzahler listet wieder die krassesten Fälle öffentlicher Verschwendung auf.Bildergalerie 

  • Was der Seehofer-Wechsel für Merkel bed...

    Was der Seehofer-Wechsel für Merkel bedeutet

    In Berlin steht eine Kabinettsumbildung an. Da Bundesagrarmnister Horst Seehofer (CSU) als Ministerpräsident nach Bayern wechselt, muss sein Posten in der Bundesregierung neu besetzt werden. Möglicherweise nutzt Kanzlerin Angela Merkel die Gelegenheit, um auch Veränder...Bildergalerie 

vor

 

 

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

In der loose-loose-Falle  Artikel in Merkliste

10.10.2008 von Barbara Gillmann

Die große Mehrheit, mit der die Hamburger Grünen für die Fortsetzung der Koalition gestimmt haben, verblüfft. Die Ökopartei, die im Bundestagswahlkampf vor allem mit dem Klimaschutz punkten will, riskiert, dass sie den Kredit beim Wähler auf dem für sie existienziellen Feld verliert. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Zeit für gemeinsames Handeln  Artikel in Merkliste

10.10.2008

Noch sinnen die Mächtigen der Finanzwelt auf nationale Rettungsaktionen. Doch bei ihrem Treffen in Washington müssen sie koordinierte Schritte beschließen, sonst ist der Fall der Märkte nicht zu stoppen. Kommentar