0 Bewertungen
28.05.2008 
Am Ziel

Tillich ist neuer Ministerpräsident von Sachsen

Der Wechsel ist vollzogen - zwar ohne Querelen, dafür mit Querschläger. Zwar wurde Stanislaw Tillich (CDU) zum neuen Ministerpräsidenten von Sachsen gewählt, doch auch sein Gegenkandidat von der rechtsextremen NPD hatte Grund zur Freude.

Er ist der neue Ministerpräsident von Sachsen: Stanislaw Tillich. Foto: ReutersLupe

Er ist der neue Ministerpräsident von Sachsen: Stanislaw Tillich. Foto: Reuters

HB DRESDEN. Geschafft: Stanislaw Tillich (CDU) ist neuer Ministerpräsident von Sachsen. Der Landtag wählte den 49-jährigen bisherigen Finanzminister am Mittwoch gleich im ersten Wahlgang. Peinlich für den Landtag: Der Kandidat der rechtsextremen NPD, Johannes Müller, erhielt 11 Stimmen und damit drei mehr als die Fraktion Sitze hat. Auch bei der Wahl von Tillichs Vorgänger Georg Milbradt hatte die NPD zusätzliche Stimmen eingeheimst.

Allerdings hatten bei der jetzigen Wahl auch drei frühere NPD-Fraktionsmitglieder an der Abstimmung teilgenommen. Neben dem inzwischen ebenfalls fraktionslosen Klaus Baier verzichtete indes auch Ronald Weckesser von der Linksfraktion auf sein Wahlrecht. Tillich erhielt mit 66 von 121 abgegebenen Stimmen bei der Abstimmung nicht die ungeteilte Zustimmung aller Abgeordneter aus dem Lager der großen Koalition aus CDU und SPD - die über 68 Mandate verfügt. Allerdings fehlte ein CDU-Abgeordneter krankheitsbedingt.

Das Votum für Tillich, dem ersten Ministerpräsident des Freistaats mit ostdeutscher Herkunft, wurde mit Spannung erwartet. Sein Vorgänger Georg Milbradt hatte seine Wiederwahl im Herbst 2004 erst im zweiten Durchgang geschafft. Mehrere Abgeordnete der Koalition stimmten damals nicht für ihn.

Georg Milbradt hatte nach den Querelen um den Notverkauf der Landesbank SachsenLB Mitte April seinen Rücktritt angekündigt. Der 63-Jährige selbst bezeichnet den Rückzug als Einleitung eines Generationswechsels. Dass er den Schritt ohne Erklärung im Landtag vollzog, kritisierten am Mittwoch Grüne und Linksfraktion.Am Wochenende war Tillich bereits zum sächsischen CDU-Chef gewählt worden.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

zurück
  • Konjunkturbeschleuniger verzweifelt g...

    Konjunkturbeschleuniger verzweifelt gesucht

    Wie soll die schwächelnde Konjunktur wieder angekurbelt werden? Im Umfeld der Bundesregierung kursieren die unterschiedlichsten Modelle. Den Stein der Weisen hat aber noch keiner gefunden. Fakt ist: Dem bereits geschnürten ersten Wachstumspaket soll ein zweites folgen....Bildergalerie 

  • Die Säulen der thailändischen Gesells...

    Die Säulen der thailändischen Gesellschaft

    Nation, Monarchie und Religion sind die drei Eckpfeiler, die den Rahmen der thailändischen Gesellschaft bilden. Die Stärke und Tragkraft der thailändischen Gesellschaft resultiert aus der Tragkraft dieser drei Säulen. Es ist der einzige Staat der dem Kolonialismus trot...Bildergalerie 

  • Thailands Flughäfen geräumt

    Thailands Flughäfen geräumt

    Aufatmen für Hunderttausende Touristen: Die thailändischen Regierungsgegner haben die Blockade der internationalen Flughäfen beendet. Bilder vom - zumindest vorübergehenden - Ende einer Krise.Bildergalerie 

vor

 

 

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Den Nullzins vor Augen  Artikel in Merkliste

05.12.2008, 07:05 Uhr von Nobert Häring

Wenn die Welt in die schwerste Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit abgleitet, muss die Wirtschaftspolitik Gewohnheiten aus normalen Zeiten hinterfragen. Das gilt auch für die Geldpolitik. Innerhalb weniger Wochen haben sich die Perspektiven für Inflation und Wachstum dramatisch verändert. Da ist das übliche Finetuning der Zinsen in kleinen Schritten nicht mehr sinnvoll. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Letztes Aufgebot  Artikel in Merkliste

05.12.2008, 05:19 Uhr von Helmut Hauschild

Vor allzu viel deutscher Euphorie sei tgewarnt. Die aktuelle Personalrochade könnte ein kurzes Hurra für die Bundesregierung sein. Kommentar