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05.12.2008 
Sachsens Ministerpräsident

Tillich: Lassen uns von Qimonda nicht erpressen

von Daniel Goffart

Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hat den in Not geratenen Chiphersteller Qimonda und seine Konzernmutter Infineon davor gewarnt, den Freistaat durch öffentliche Hilferufe zu erpressen. „So wichtig uns die Arbeitsplätze in Silicon Saxony auch sind, wir lassen uns von Infineon nicht unter Druck setzen“, sagte Tillich dem Handelsblatt.

Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich will sich von der schwer angeschlagenen Infineon-Tochter Qimonda nicht unter Druck setzen lassen. Foto: dpaLupe

Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich will sich von der schwer angeschlagenen Infineon-Tochter Qimonda nicht unter Druck setzen lassen. Foto: dpa

Handelsblatt: Herr Ministerpräsident, Qimonda macht mehr als drei Milliarde Euro Verlust und ist an der Börse fast nichts mehr wert. Würde Sachsen sich bei einer Rettung der Firma nicht überheben?

Stanislaw Tillich: Sachsen hat natürlich Interesse an der Erhaltung hochwertiger Arbeitsplätze an diesem in Europa einmaligen Mikroelektronik-Standort Dresden. Allerdings liegt die Verantwortung für Qimonda zu allererst beim Unternehmen selbst und bei seinem Haupteigentümer Infineon. Der hat gewisse Dinge auf Qimonda abgewälzt, und das ist ein Teil des Konflikts.

Qimonda vertraut aber offenbar sehr auf die Hilfe des Bundes und des Freistaates Sachsen. Haben Sie schon entsprechende Signale gegeben?

Natürlich sind wir im Gespräch, und natürlich wissen die Anteilseigner um unser Interesse am Erhalt der Arbeitsplätze. Allerdings sage ich ganz offen: So wichtig uns die Arbeitsplätze in Silicon Saxony auch sind, wir lehnen es ab, uns durch das Management von Qimonda und Infineon unter Druck setzen zu lassen. Der Freistaat ist übrigens auch nicht zur Kurspflege von Infineon da.

Wann gibt es eine Entscheidung über staatliche Hilfe?

Am erfolgreichen Beispiel AMD in Dresden haben wir gesehen, dass man ein Unternehmen, das ebenfalls solchen zyklischen Entwicklungen ausgesetzt ist, durchaus in sicheres Fahrwasser bringen kann. Dort haben wir einen strategischen Investor gefunden und das war nicht den Freistaat Sachsen.

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