Tillich zu Fremdenfeindlichkeit
„Ohne Weltoffenheit wird die Zukunft keine gute sein“

Wegen der fremdenfeindlichen Vorfälle in Sachsen steht die Regierung des Landes in der Kritik. Ministerpräsident Tillich kontert die Vorwürfe und fordert einen breiten gesellschaftlichen Aufstand gegen den rechten Mob.
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BerlinLange hat der sächsische Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) zu den neuen ausländerfeindlichen Vorfällen in Sachsen geschwiegen – für manche zu lange. Nachdem der Druck auch von Seiten der Wirtschaft immer größer wurde, ging der CDU-Politiker am Dienstag in die Offensive. Nach einer Kabinettssitzung in Dresden versuchte er mit markigen Worten deutlich zu machen, dass er den Ernst der Lage durchaus verstanden hat. „Ohne Weltoffenheit in Sachsen wird die Zukunft keine gute sein“, sagte Tillich.

Diese Weltoffeneinheit hat durch die jüngsten Ereignisse in Clausnitz und Bautzen empfindliche und für den Standort Sachsen gefährliche Kratzer bekommen. In Clausnitz hatten rund 100 Demonstranten ankommende Flüchtlinge angefeindet. Beim vermutlich absichtlich gelegten Brand einer Flüchtlingsunterkunft in Bautzen war die Feuerwehr von einer johlenden Menge beim Löschen behindert worden.

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer fürchtet, dass Deutschland insgesamt Schaden nehmen könne. „Es muss selbstverständlich sein, dass Asylsuchende in Deutschland unabhängig von ihrer Bleibeperspektive mit Respekt behandelt werden“, sagte er. Zuvor hatte der Hauptgeschäftsführer der IHK Dresden, Detlef Hamann, im Handelsblatt vor negativen Auswirkungen auf den Standort Sachsen gewarnt.

Auch die deutsche Chipindustrie ist alarmiert. Sachsen ist traditionell das Mekka der Halbleiterindustrie in Deutschland. Rund 50.000 Menschen arbeiten dort in der Branche, Infineon und der arabische Auftragsfertiger Globalfoundries unterhalten hier wichtige Werke. „Die Schlagzeilen, die jeden Tag auf uns als Bürger und Unternehmer einprasseln, machen ziemlich klar, dass wir ein Problem haben. Das ist eindeutig“, sagte Heinz Martin Esser, Präsident des regionalen Branchenverbands Silicon Saxony.

Tatsächlich leidet die Wirtschaft in dem Bundesland schon. Wie eine jüngste Zahlen beweisen, sind die Touristenzahlen für Dresden erstmals nach sechs Jahren rückläufig. Im vergangenen Jahr gingen die Übernachtungen um 3 Prozent auf 4,3 Millionen zurück, bei den Ankünften gab es ein Minus von 2,3 Prozent. Bettina Bunge, die Geschäftsführerin der Dresden Marketing GmbH (DMG), sprach am Dienstag von einem "Pegida-Effekt" und einem Imageverlust für die sächsische Landeshauptstadt aufgrund der fremdenfeindlichen Parolen. Das habe auch eine repräsentative Markenstudie gezeigt.

Kommentare zu " Tillich zu Fremdenfeindlichkeit: „Ohne Weltoffenheit wird die Zukunft keine gute sein“"

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  • Erklären sie es dann bei nä. Wirtschaftsabschwung dem Volk, wenn bis dshin die Schlange noch länger wird und die Schaffer der Nation dann die Abgaben vielleicht nicht mehr aufrecht halten können, weil sie nun selbst anstehen müssen.
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    Dem Volk wird man dann nichts erklären müssen, denn dann fliegen die Fetzen.

    Aber sie dürfen beruhigt sein, denn genau das soll kommen. So ist der Große-Plan und darum wird es auch so kommen. Und dann wird man die Eindringlinge (Flüchtlinge) im Sekundentakt mit Großraumraumflugzeugen ausfliegen.

    Alles läuft ab nach einem Plan, denn so wie WIR die DDR derzeit zu Fall gebracht haben, werden WIR das aussterben der Deutschen beenden. Und wenn das Zuchtprogramm angestoßen ist, ist der Job der arabischen Hengste beendet.

  • Interessant an Köln war auch, das ALLE Medien bei den Tätern keinesfalls von Flüchtlingen sprachen, sonder diese umständliche Formulierung mit den "arabisch und nordafrikanisch aussehenden Menschen" gebraucht haben. Das Wort Flüchtlinge sollte ausschließlich positiv besetzt bleiben.
    Bezüglich Sachsen haben sich ja alle sofort auf das schöne deutsche Wort "Mob" verständigt.

    Ich grüße den Mob!


  • @ Bernhard Kaiser

    Doch, der Heimleiter wurde gefeuert!

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