Tödlicher Skiunfall
Anklage gegen Althaus in Österreich erhoben

Die österreichische Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus wegen des tödlichen Skiunfalls erhoben. Der CDU-Politiker muss sich wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten.

HB FRANKFURT/LEOBEN. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat Althaus in einer schriftlichen Stellungnahme die Verantwortung für den tödlichen Skiunfall am Neujahrstag in der Steiermark übernommen. Althaus war am Neujahrstag auf einer Skipiste in Österreich mit einer 41-jährigen Skifahrerin zusammengestoßen. Die Frau starb, und er erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma.Laut Staatsanwaltschaft bog Althaus im Bereich der Kreuzung der Piste "Die Sonnige" gegen die Fahrtrichtung in die Panoramapiste ein und kollidierte nach einer Fahrtstrecke von 12 bis 14 Metern mit der talwärts fahrenden Beata Christandl.



Althaus, der sich weiter in einer Reha-Klinik am Bodensee aufhält, gab eine schriftliche Stellungnahme ab. Die Justizbehörde teilte weiter mit: "Darin erklärte er nachvollziehbar, keine Erinnerung an den Unfallsablauf zu haben, keine sachdienlichen Angaben dazu machen zu können, jedoch die Ergebnisse der Sachverständigengutachten zur Kenntnis zu nehmen und die Verantwortung für den Tod Beata Christandls zu übernehmen."



Nach Angaben der Staatsanwalt kommt es nach österreichischem Recht auf jeden Fall zu einem Prozess. Dort muss eine Anklage nicht wie in Deutschland erst zur Hauptverhandlung zugelassen werden. Im Februar hatte ein Justizsprecher erklärt, eine Strafe unter der Schwelle, die zu einem Eintrag ins Vorstrafenregister führe, sei nicht ausgeschlossen. Althaus müsse nicht unbedingt persönlich an dem Verfahren teilnehmen. Nach österreichischem Recht könne er sich durch einen sogenannten Machthaber vertreten lassen.



Althaus muss bis zum CDU-Landesparteitag am 14. März erklären, ob er zur Landtagswahl am 30. August wieder antritt. Davon macht die Partei ihre Entscheidung abhängig, wie sie erklärt hat. Bisher rechnet sie damit, dass Althaus nach Ostern die Arbeit wieder aufnehmen kann. Die stellvertretende Ministerpräsidentin Birgit Diezel hatte bisher erklärt: "Wir ziehen mit Dieter Althaus als Spitzenkandidat 2009 in den Landtagswahlkampf."

CDU-Landesgeschäftsführer Andreas Minschke hatte versichert: "Selbst für den Fall, dass es zur Eröffnung eines Hauptverfahrens kommen sollte, stehen wir zu ihm. Er ist nicht unser Gott, aber er ist der Chef der CDU Thüringen und wie kein anderer geeignet, unsere besseren Konzepte überzeugend durchzusetzen." Auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hatte die Ansicht geäußert, eine Anklage gegen Althaus wegen fahrlässiger Tötung wäre kein Grund für einen Verzicht auf die Spitzenkandidatur.

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