Topjournalist und Aushängeschild der Rechten
Republikaner-Gründer Schönhuber ist tot

Der Gründer der rechtsradikalen Partei Die Republikaner, Franz Schönhuber, ist tot. Der bayerische Landesvorsitzende der Republikaner, Johann Gärtner, bestätigte am Montagabend einen entsprechenden Bericht der „Augsburger Allgemeinen“.

HB MÜNCHEN. Schönhuber erlag nach Angaben aus seinem Umfeld in der Nacht zum Sonntag im Alter von 82 Jahren einer Lungenembolie in Folge einer verschleppten Grippe.

Mehr als ein Jahrzehnt war Franz Schönhuber das Aushängeschild der rechten Szene in Deutschland. Vor zwei Monaten trat der 82-Jährige noch einmal ins Rampenlicht. Bei der durch den Tod einer NPD-Direktkandidatin in Dresden nötigen Nachwahl zur Bundestagswahl in diesem Jahr wurde Schönhuber - erfolglos - Kandidat für die Rechtsextremen.

Schönhuber hatte 1983 gemeinsam mit den kurz zuvor aus der CSU ausgetretenen Bundestagsabgeordneten Franz Handlos und Ekkehard Voigt „Die Republikaner“ gegründet und wurde ihr Chef. 1989 kam die rechtsradikale Partei ins Berliner Abgeordnetenhaus und mit Schönhuber ins Europaparlament. Nach jahrelangem Richtungsstreit und Querelen um seinen Führungsstil kehrte er 1995 der Partei den Rücken. Inzwischen sind die Republikaner in die parlamentarische Bedeutungslosigkeit abgesunken.

Nach seiner Abkehr von der Partei bemühte sich Schönhuber vergeblich um den Aufbau einer europäischen Rechts-Bewegung. Schon 1998 ließ er sich von Gerhard Frey als Zugpferd für dessen rechtsextreme DVU im Bundestagswahlkampf gewinnen.

Der Sohn eines Metzgers aus Trostberg in Bayern galt zunächst als linker SPD-Anhänger, war Chefredakteur des Münchner Boulevard-Blatts „tz“ und später Hauptabteilungsleiter beim Bayerischen Rundfunk, für den er die populäre Fernsehreihe „Jetzt red' i“ moderierte. Nach dem Erscheinen des Buches „Ich war dabei“, in dem Schönhuber seine Vergangenheit in der Waffen-SS verteidigte, wurde er 1982 von dem Münchner Sender fristlos entlassen.

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