Transport aus Sachsen
Polizei "schmuggelt" Atommüll ins Zwischenlager Ahaus

Der dritte und letzte Atommüll-Transport aus dem ehemaligen Kernforschungszentrum Rossendorf bei Dresden ist am Dienstag im westfälischen Zwischenlager Ahaus eingetroffen.

HB AHAUS. Ein Sprecher der Polizei in Münster sagte, die sechs Lastwagen hätten das Lager ohne größere Zwischenfälle durch einen Hintereingang erreicht, während das Gros der rund 1300 anwesenden Demonstranten die Lastwagen vergeblich vor dem Haupttor erwartet habe.

Nach der Ankunft kam es zu Tumulten zwischen Demonstranten und Polizei. Atomkraftgegner versuchten, das Haupttor der Anlage zu stürmen und einen Polizeiwagen umzustürzen. Aus der Menge flogen Flaschen und Farbbeutel auf die Polizei-Hundertschaften. Die Beamten drängten die Protestierenden teils harsch zurück. Nach kurzer Zeit entspannte sich die gereizte Stimmungslage. Festnahmen gab es keine.

Die Bürgerinitiative Ahaus protestierte gegen die Taktik der Polizei. Es sei "äußerst leichtsinnig" gewesen, die Sattelschlepper im Dunkeln ohne Licht über den Wirtschaftsweg ohne Randstreifen fahren zu lassen. Es hätte die Gefahr bestanden, dass einer der Castor-LKW in den Feldgraben gerutscht wäre.

Der von einem massiven Polizeiaufgebot begleitete Konvoi hatte in der Nacht die letzten der insgesamt 951 Brennelemente nach Ahaus gebracht. Auch bei den ersten beiden Transporte hatte es keine größeren Zwischenfälle gegeben. Es ist das erste Mal, dass Castor-Transporte ausschließlich über Straßen und Autobahnen zum Zielort rollen. Atomkraftgegner lehnen die Transporte als überflüssig ab. Ihrer Ansicht nach ist das Lager in Ahaus nicht sicherer als das in Rossendorf.

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