Transportroute in der Nacht längere Zeit blockiert
Castor-Transport in Gorleben eingetroffen

Der Castor-Transport ist am Dienstagmorgen an seinem Ziel angekommen. Die zwölf Speziallastwagen mit den Atommüll- Behältern erreichten das Zwischenlager Gorleben. Die letzte Etappe des Transports in Deutschland verlief ohne größere Zwischenfälle.

HB GORLEBEN. Der letzte der zwölf Tieflader, die jeweils mit einem der gut 100 Tonnen schweren Behälter beladen waren, passierte nach Angaben der Polizei um 9.20 Uhr das Tor der Lagerhalle. In der Nacht und am frühen Morgen hatten Sicherheitskräfte Blockaden von Atomkraftgegnern aufgelöst. Die Proteste verliefen überwiegend friedlich, die Beamten setzten aber auch Schlagstöcke gegen Demonstranten ein. Der Zug mit den zwölf Castorbehältern war am Samstag in La Hague gestartet. Am Sonntag war in Lothringen ein 21 Jahre alter Atomkraftgegner von dem Zug überrollt und getötet worden. Die Bürgerinitiativen im Wendland hatten daraufhin alle Protestaktionen mit Volksfestcharakter wie Dauerläufe und Laternenumzüge abgesagt.

Der Transport mit den Tiefladern hatte sich am Morgen von der Verladestation Dannenberg in das 20 Kilometer entfernte Zwischenlager Gorleben in Bewegung gesetzt. Vor Beginn der letzten Etappe des Castortransports hatten starke Polizeikräfte Sitzblockaden von Atomkraftgegnern in Groß Gusborn und Langendorf geräumt. Quer gestellte Traktoren wurden von Polizisten zur Seite gefahren oder weggeschleppt. An den Blockaden beteiligten sich nach Angaben der Atomkraftgegner etwa 1 500 Menschen. Die Polizei sprach von mehreren hundert Demonstranten. Zum Schutz des Castortransports hatte die Polizei 10 000 Beamte und damit etwas weniger als im Vorjahr aufgeboten.

Nach dem achten Atommülltransport stehen im Gorlebener Zwischenlager nun 56 Castorbehälter. Die Halle bietet Platz für insgesamt 420 Castoren. Die Atomgegner befürchten, dass mit jedem weiteren Transport Gorleben auch als Endlagerstandort festgeschrieben wird. Gorleben ist neben Ahaus eines von zwei großen Atommüll-Zwischenlagern in Deutschland, ein Endlager gibt es noch nicht.

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