Treffen
Magna soll mit allen EU-Regierungen verhandeln

Großbritannien will sich stärker um die Rettung der europäischen Produktionsstätten von General Motors (GM) bemühen. Das hat der britische Wirtschaftsminister Peter Mandelson nach einem Gespräch mit seinem deutschen Amtskollegen Karl-Theodor zu Guttenberg in Berlin angekündigt. Das Treffen machte deutlich: Die Regierungen sehen den Investor Magna keineswegs als endgültige Lösung an.

BERLIN/LONDON. Voraussetzung sei eine langfristige Perspektive für GM Europa als Ganzes, sagte Mandelson. Deshalb habe man sich mit der Bundesregierung auch sehr eng abgesprochen, um nicht nur Opel, sondern auch die britische GM-Tochter Vauxhall vor dem amerikanische Insolvenzverfahren zu retten.

Zugleich deutete Mandelson an, dass nach der staatlichen Absicherung der Übergangslösung für GM Europa nun eine neue Verhandlungsrunde beginne, in der sich einzelne EU-Regierungen stärker in die Gespräche mit dem kanadisch-österreichischen Investor Magna einschalten wollten. „Die Auffanglösung hat Verhandlungen zwischen Magna und GM über einen endgültigen Vertrag erst möglich gemacht. Jetzt wird Magna auch mit einzelnen EU-Regierungen sprechen müssen“, sagte Mandelson vor Journalisten auf die Frage, ob er eine Rettung von Opel auf Kosten britischer Arbeitsplätze befürchte. Deutschland und Großbritannien hätten sich bereits bei der Übergangslösung abgesprochen. „Die Abstimmung wird in der Zukunft eher noch stärker werden.“

Die Äußerungen verstärken den Eindruck, dass die Regierungen Magna keineswegs als endgültige Lösung ansehen. Zum einen erwähnte Wirtschaftsminister zu Guttenberg nach dem Gespräch, dass es noch mehr Interessenten an Opel gebe als bisher bekannt, ohne aber in die Details zu gehen. Zum anderen hatte Mandelson bereits am Vortag durchscheinen lassen, dass er das von Magna favorisierte Rettungsmodell keineswegs für ideal hält, sondern eine innereuropäische Lösung bevorzugt hätte.

„Prinzipiell halte ich die Schaffung einer starken europäischen Basis in der Automobilproduktion für eine attraktive Lösung“, sagte der britische Wirtschaftsminister Lord Peter Mandelson in einem Interview mit dem Handelsblatt und anderen europäischen Zeitungen. Für eine solche Lösung ist es nach Einschätzung des Briten auch noch nicht zu spät: „Mit dem kanadisch-österreichischen Autozulieferer Magna haben wir zwar einen bevorzugten Bieter, aber noch keinen endgültigen Käufer“.

Magnas Konzept für „New Opel“ sieht vor, bis zu 11 000 Mitarbeiter in den Europa abzubauen und eine enge Zusammenarbeit mit dem russischen Automobilhersteller Gaz zu erreichen, um damit auch den russischen und osteuropäischen Markt stärker beliefern zu können. Deshalb kooperiert Magna mit der staatlichen russischen Sberbank.

Indirekt macht sich Mandelson für die Interessen des italienischen Autobauers Fiat stark, der nach wie vor ein Opel-Übernahme erwägt, auch wenn sich zunächst das Rettungskonzept, das Magna gemeinsam mit seinen russischen Partnern Sberbank und dem Autobauer Gaz auf den Tisch gelegt hat, durchgesetzt hat. Für 500 Mio. Euro sichert sich das Konsortium einen Anteil von 55 Prozent an den europäischen GM-Töchtern, zu denen auch der britische Ableger Vauxhall mit rund 5 000 Arbeitsplätzen gehört. Zur Absicherung der Opel-Rettung hofft Magna auf milliardenschwere Staatshilfen von Deutschland und anderen Ländern. Bisher existiert nur eine vorläufige Vereinbarung zur Opel-Übernahme durch die Gruppe um die Kanadier. Magna hofft bis Ende September auf einen endgültigen Abschluss.

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