Treffen mit dem Leiter des chinesischen Transrapid-Projekts
Transrapid: Bayern setzt auf Stolpes Wort

Nach Angaben von Bayerns Verkehrsminister Otto Wiesheu (CSU) bleibt der Bund weiter zum Bau des Münchner Transrapid entschlossen. Eine entsprechende Zusage habe Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) ihm telefonisch am Freitagmorgen gegeben, sagte Wiesheu nach einem Treffen mit dem Leiter des chinesischen Transrapid-Projekts, Wu Xiangming.

HB MÜNCHEN. Er könne Wu versichern, der Transrapid werde in Deutschland gebaut, gab Wiesheu Stolpes Aussage wieder.

„Ich soll dem Commander Wu sagen, er soll an der deutschen Haltung keine Zweifel haben“, zitierte Wiesheu. „Darüber bin ich sehr froh. Das ist eine knackige Aussage.“ Vergangene Woche hatte der Haushaltsausschuss des Bundestags mit den Stimmen von SPD und Grünen die geplanten Zuschüsse für den Transrapid auf 550 Mill. € zusammengestrichen, obwohl Stolpe 800 Mill. € in Aussicht gestellt hatte.

Bei der Planung des Transrapid in München sollen auch Experten aus Shanghai helfen, wo die 31 Kilometer lange Strecke zum Flughafen Anfang nächsten Jahres den regulären Betrieb aufnehmen soll. „Ich würde mir wünschen, dass das Münchner Projekt möglichst frühzeitig realisiert wird“, sagte Wu. „Ich bin in China immer mit der Frage konfrontiert: Wenn der Transrapid in seinem Heimatland nicht gebaut wird, warum sollen wir Chinesen dann so aktiv sein?“ Die technischen Probleme seien im Testbetrieb inzwischen vollständig überwunden.

Hintergrund ist unter anderem, dass der Transrapid in China ebenso umstritten wie in Deutschland ist. Insbesondere im Eisenbahnministerium in Peking gibt es Widerstände gegen den Bau weiterer Transrapid-Strecken.

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