Treffen mit Stournaras
Schäuble erinnert griechischen Kollegen an Reformaufgaben

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat seinen griechischen Amtskollegen Ioannis Stournaras in Berlin empfangen. Dabei wies Schäuble auf die zentrale Bedeutung der Reformen für die Rettung des Schuldenstaates hin.
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BerlinBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat seinen griechischen Amtskollegen Ioannis Stournaras bei einem Treffen in Berlin erneut zur Einhaltung seiner mit den internationalen Geldgebern eingegangenen Reformverpflichtungen gemahnt. Das Ministerium erklärte am Dienstag, zentral sei, dass Griechenland seine Verpflichtungen vollständig umsetze: "Darauf hat Bundesfinanzminister Schäuble seinen Kollegen nochmals hingewiesen."

Stournaras habe über die Fortschritte Griechenlands bei der Einhaltung der Auflagen des zweiten Hilfsprogramms informiert, hieß es weiter. Die Umsetzung werde derzeit von der „Troika“ aus Internationalem Währungsfonds (IWF), EU-Kommission und Europäischer Zentralbank (EZB) bewertet: „Derzeitige Planungen gehen davon aus, dass der Bericht im Oktober vorgelegt werden kann“, erklärte das Ministerium weiter.

Über die Auszahlung weiterer Finanzhilfen an Griechenland werde nach Vorlage eines umfassenden „Troika“-Berichts entschieden.. Griechenland dringt auf mehr Zeit zur Umsetzung des Reformprogramms. In der Bundesregierung wird dies mit großer Skepsis gesehen.

Auch ein mögliches drittes Hilfspaket für Athen stößt in der Union auf Ablehnung. „Die Spekulationen darüber, ob Griechenland noch ein zusätzliches Paket braucht oder nicht, sind zur Zeit aus meiner Sicht nicht besonders hilfreich“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Michael Grosse-Brömer (CDU), am Dienstag. „Es wäre allerdings auch schwierig, bei uns in der Fraktion ein solches Paket durchzusetzen.“

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„Schon viel Zeit ins Land gegangen“

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  • Alleine schon die Aussage von Samaras, dass er persönlich haften wird, sagt doch alles.

    Daraus ergeben sich zwei Möglichkeiten:

    er verfügt über das Geld, um die Bürgschaft zu übernehmen und dann braucht es keine externe Hilfe

    oder

    er hat es nicht und dann ist die Aussage doch nur heisse Luft.

    Glaubwürdig ist was anderes.

  • Aus welchem Grund ist der griechische Finanzminister in Deutschland ? Entweder um den Austritt Griechenlands aus dem EURO im Detail abzustimmen oder weil man seinem Chef Hoffnung gemacht hat beim letzten Besuch, dass Deutschland sich auf die Zeitstreckung einlässt, wenn es kein Geld kostet und der griechische Finanzminister das belegen kann. Die Presseäusserungen sind wie üblich reine Desinformationen.

  • Wo liegt der Geck, den Schäuble landen wollte? Worin liegt die Besonderheit den Amtskollegen an die Vereinbarungen zu erinnern?

    Hatte er etwa Sorge, die Troika würde vergessen danach zu fragen? Wie konnte man den Griechen Geld geben, wenn man Sorge haben musste, dass sie getroffene Vereinbarungen einzuhalten?

    Schäuble gesteht damit quasi öffentlich ein, dass er nicht zur rechten Zeit die richtigen Worte gefunden hatte und dennoch muss uns allen klar sein, dass er ein besonderes Verständnis i.S. buchhalterisches Arbeiten hat. Auch für ihn sind 55 Mrd. Euro ein Nichts. Insoweit begegnen sich hier zwei Herren in Augenhöhe.

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