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So viele Deutsche wie nie haben einen Zweitjob

Arbeitnehmer mit einem Zweitjob galten lange Zeit als Exoten in Deutschland. Doch immer mehr Menschen suchen eine zusätzliche Beschäftigung. Der Trend betrifft nicht nur Unterschichten, sondern auch Wissenschaftler.
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Nach Einbruch der Dunkelheit sitzt ein Angestellter in seinem Büro am Schreibtisch: Der Trend des Zweitjobs betrifft auch die Welt der Wissenschaft. Quelle: dpa

Nach Einbruch der Dunkelheit sitzt ein Angestellter in seinem Büro am Schreibtisch: Der Trend des Zweitjobs betrifft auch die Welt der Wissenschaft.

(Foto: dpa)

BerlinSo viele Menschen wie nie in Deutschland haben einen Zweitjob. Ihre Zahl betrug Ende 2012 insgesamt 2,658 Millionen, wie aus Statistiken der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht. Mitte 2011 waren es noch 2,493 Millionen gewesen, Mitte 2003 nur 1,158 Millionen. Die Linke und der DGB bewerteten die Zahlen am Montag als Alarmzeichen.

Der Anteil der Arbeitnehmer mit Zweitjob stieg der Statistik zufolge von 4,3 Prozent im Jahr 2003 auf 9,1 Prozent im vergangenen Jahr. Die meisten Zweitjobber arbeiten demnach im Einzelhandel, im Gastgewerbe und in „sonstigen Dienstleistungen“: Wach- und Sicherheitsdienst, Hausmeisterdienst, Leiharbeit. Die Mehrheit von ihnen sind Frauen. Besonders viele Menschen arbeiten in den neuen Bundesländern im Niedriglohnsektor.

Für immer mehr Beschäftigte reiche das Einkommen aus einem Job nicht aus, so dass sie mit einem Minijob etwas dazu verdienten, erklärte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken, Sabine Zimmermann. Die drastische Zunahme der Nebenjobs sei ein „absolutes Alarmzeichen“, dass es um die Qualität von Beschäftigung immer schlechter bestellt sei. Zimmermann forderte unter anderem einen Mindestlohn von zehn Euro und die Abschaffung von Leiharbeit.

Auch DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach wertete es als „Alarmsignal“, dass fast jeder Zehnte mit einem normalen Arbeitsplatz noch einen zusätzlichen Minijob brauche, um sich über Wasser zu halten. Es sei ein Armutszeugnis, dass Millionen Beschäftigten in einem der reichsten Länder der Erde wegen Lohndumpings zwei oder drei Jobs zum Leben bräuchten. Minijobs führten zu einem Teufelskreis, denn sie vernichteten reguläre Arbeitsplätze und beschleunigten Lohndumping. Sie forderte einen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro.

Eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums machte geltend, dass auch nach den Beweggründen gefragt werden müsse, wenn jemand einen Zeitjob mache. „Vorstellbare“ Gründe seien auch finanzielle Engpässe oder größere private Anschaffungen. Der Arbeitsmarkt habe sich flexibilisiert; in der Wissenschaft beispielsweise hätten Beschäftigte oft mehrere Jobs nebeneinander.

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles nannte es „realitätsfremd“, den Trend zum Zweitjob auf das gestiegene Konsumverhalten der Deutschen zurückzuführen. Auch sie forderte einen Mindestlohn sowie eine stärkere Tarifbindung in Deutschland, um den Trend zu bekämpfen. Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen, Brigitte Pothmer, gab zu bedenken, dass jemand mit einem Minijob schneller ans Ziel komme als mit Überstunden bei seinem Hauptarbeitgeber, wenn er sich "was gönnen will". Fair sei das nicht. Auch die Grünen fordern einen Mindestlohn.

  • afp
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13 Kommentare zu "Trend: So viele Deutsche wie nie haben einen Zweitjob "

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  • So viele Deutsche wie nie haben einen Zweitjob
    ++++++++++++++++++++++++++++++++++++
    Und wer hat diese gefährlichen Vollidioten gewählt,
    die diesen menschenverachteten Zustand herbeigeführt haben?

    Ich nicht!
    Nur Blöd kann Blöd wählen!

    Ich bin kein Betroffener und werde es auch nicht!

    Aber deshalb kann ich es trotzdem nicht akzeptieren,
    was CDUSPDCSUFDPLINKEGRÜNE-Kindersch..... in Deutschland anrichten!
    Gefährlichen Schwachsinn hatten wir jetzt Jahrzehnte!
    Jetzt ist es nur noch unerträglich,
    deshalb müssen CDUSPDCSUFDPLINKEGRÜNE-Kindersch.....
    am 22.09.2013 enden!

    Ich wähle AfD!

  • Das Thema Zweitjob kenne ich aus mehreren Perspektiven: 1. Der verbeamtete Uniprof. oder Lehrer gibt noch ein paar Übungsleiterstunden an der VHS und bekommt 2.700 € im Jahr steuerfrei dazu, obwohl er sie nicht braucht.
    2. Der wissenschaftliche Uni-Mitarbeiter mit 1/2 Stelle als Zeitvertrag muss abends bzw. am WE was dazuverdienen, weil das Geld definitiv nicht reicht, schon gar nicht für zusätziche Altersvorsorge.
    3. Angestellte im Dienstleistungssktor im Osten bekommen derart niedrige Löhne und nur Teilzeitverträge mit dem Hinweis, dass man ja den Rest über ALG II aufstocken könnte. Manche können oder wollen sich nicht der Ämterwillkür aussetzen und suchen sich noch einen zweiten Teilzeitjob.

    Was wir brauchen, ist ein gesetzlicher "default"-Mindestlohn von 8,50 Euro. Die Tarifparteien können hiervon in Tarifverträgen abweichen. Kommt keine Einigung zustande, gelten 8,50 €. Als nächstes müssen die Aufstockungsregelungen bei Teilzeit verschärft werden. Wer als Teilzeitkraft aufstocken möchte, muss Gründe nachweisen (Kindererziehung, Krankheit, Pflege von Angehörigen etc.).

  • Da haben sie im Fernsehen auch genau die richtigen interviewt. Gestylte Schickimickis, die sich etwas dazu verdienen um Klamotten zu kaufen. Traurig:-(

  • Die BA ist nicht weltfremd.
    Sie ist im Land des vorauseilenden Gehorsams bislang keinerlei Widerspruch mehr gewöhnt.
    Dies ist doch noch eine sehr seriöse und äußerst freundliche Umgangsform mit den gleichgültigen, ehrenwerten Mitgliedern unserer Konsumgesellschaft.
    Was glauben diese Empörheinis eigentlich was die BA so intern mit den Ihr ausgelieferten Kunden betreibt?
    Warum glauben Sie ist Bild-Ton Mitschnitt verboten.
    Und nun tun Sie überrascht, ja?
    Bis Sie dann selber dran sind, hoffentlich bald.

  • Welch dämlicher und am Thema vorbei Kommentar. Setzten sechs.

  • Hier eine Statistik: Bei dem Netto-Einkommen privater Haushalte handelt es sich um das gesamte Einkommen eines Haushalts nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben. Im Durchschnitt bleiben einem Haushalt in Deutschland vom Netto-Einkommen nach lebensnotwendigen Ausgaben für Miete und Lebensmittel rund 1.350 Euro zur freien Verfügung.

    Die in Berlin glauben wirklich, wir sind reich. Wir arbeiten alle nur aus Langeweile. Die haben schon lange den Sinn für die Realität verloren.
    Ich hätte gerne mal wieder jemanden in der Politik, der nicht schon seit Jahren Hausangestellte hat, einen "Steuergeld Wagen" fährt und Besuche in sonnigen Ländern auf Staatskosten macht.

    Mein Nettogehalt geht für die monatlichen Abzüge drauf. Lebensnotwendige Lebensmittel bezahle ich mit meinem Zweitjob. Da ich sehr sparsam bin, habe ich zum Glück keine Schulden.

  • Das ist Klartext. Kann ich nur unterstützen. Ich bin weiblich, alleinstehend,49 Jahre alt und verdiene 900 Euro netto im Monat. Mein Versicherungsvertreter erzählt mir ständig, ich müsste zusätzlich mehr für meine Rente tun. Wovon??
    Dafür habe ich seit 14 Jahren einen Zweitjob.
    Meine Mutter hat 4 Kinder geboren (3 alleine großgezogen) und sie hat gearbeitet. Mein Erzeuger hat nie Unterhalt gezahlt. Heute lebt sie mit ihrer Rente unter Hartz 4 Niveau.
    Wie sagte Blüm so schön:" Unsere Renten sind sicher".
    Er meinte wohl eher seine.
    Leiharbeit ist in meinen Augen moderner Sklavenhandel.

  • Ein bisschen Arbeit hat noch keinem geschadet.

  • Welchen Namen trägt diese arrogante Dummschwaetzerin? Bezweifle, dass sie schon jemals 8 Stunden gearbeitet hat. Ansonsten sollte sie wissen wie fertig speziell Frauen vom Band sind und
    gerne wenn keine Familien im Hindergrund steht, die Fuesse hoch legen möchte. Entsetzlich wie verblödet und verlogene Meinungen aus Berlin an die Medien weitergegeben und als Tatsache verkauft wird. Den Konsum als Grund anzugeben, damit vom Mindestlohn der seit Jahren gefordert wird abzulenken, ist einfach nur erbärmlich.


  • Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen, Brigitte Pothmer, gab zu bedenken, dass jemand mit einem Minijob schneller ans Ziel komme als mit Überstunden bei seinem Hauptarbeitgeber, wenn er sich "was gönnen will".
    ------------
    Man gönnt sich ja sonst nichts..und weil es wie die
    Schlagzeile kundtut,gerade ein neuer Trend ist,wie bei
    der Mode,Zweit oder Drittjobs zu haben,braucht man sich
    auch nicht zu sorgen oder Mindestlohn einführen.

    Das die Arbeit industriell durch Maschinen abgeschafft wurde,bei höherer Produktivität,macht auch keinen
    stutzig..füllt sich doch auch das Staatssäckel mit
    jeder Schlagzahl..Nur der Mensch bleibt auf der
    Strecke.

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